Ähnlich wie bei Engelbert Humperdinck oder Max Bruch bringt man Wilhelm Kienzl hauptsächlich mit einem Werk in Verbindung: Dem Evangelienmann. Wilhelm Kienzl ist einer der bedeutendsten romantischen Opernkomponisten in der Nachfolge von Richard Wagner. Er wurde am 17. Januar 1857 in Waizenkirchen, Oberösterreich, geboren. Als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach Graz. Er erhielt schon früh Violin- und Klavierunterricht und studierte ab 1874 in Wien Komposition. 1876 setzte er das Studium in Prag fort und schließlich 1877 in Leipzig und Weimar. Seit dieser Zeit begann er, die Bayreuther Festspiele zu besuchen und blieb zeitlebens ein Bewunderer der Musik Wagner, so dass er sogar den „Grazer Richard-Wagner-Verein“ gründete, die heutige „Österreichische Richard-Wagner-Gesellschaft“. Er promovierte und reiste ab 1879 als Pianist und Dirigent durch ganz Europa. 1883 wurde er Direktor der Deutschen Oper in Amsterdam, kehrte jedoch bald nach Graz zurück und übernahm 1886 die Leitung des Steiermärkischen Musikvereins sowie Aufgaben am Konservatorium. Für die Spielzeit 1890-91 wurde er als Kapellmeister am Stadt-Theater in Hamburg verpflichtet, aber bereits im Januar 1891 wegen schlechter Kritiken wieder entlassen (sein Nachfolger war Gustav Mahler), das Gleiche widerfuhr ihm in München. 1894 schrieb er seine dritte Oper Der Evangelimann, mit der er sich nachhaltig einen Namen machte. Seine anderen Opern waren nicht annähernd so erfolgreich. 1920 komponierte er die Melodie zu einem von Dr. Karl Renner geschriebenen Gedicht Deutschösterreich, du herrliches Land, welches bis 1929 als inoffizielle Nationalhymne der Ersten Österreichischen Republik galt. Den Entwicklungen der modernen Musik nach der Jahrhundertwende wollte er nicht mehr folgen, so dass er ab 1926 keine großen Werke mehr schrieb. 1936 gab er das Komponieren aus Krankheitsgründen ganz auf. Neben dem Evangelimann findet in den letzten Jahren auch sein umfangreiches Liedschaffen wieder Beachtung. 1926 veröffentlichte er in Stuttgart eine Selbstbiographie „Meine Lebenswanderung“. Im Jahr 1937 erhielt er den Ehrenring der Stadt Wien. Seine Lebenswanderung endete am 3. Oktober 1841 in Wien. Neben zahlreichen Opern hinterließ Kienzl auch Melodramen, Orchesterwerke, Kammermusik, Klavierwerke sowie eine stattliche Anzahl Lieder. Anlässlich seines 160. Geburtstags sei heute an ihn erinnert.
»Wilhelm Kienzl: Biographie und Einspielungen«
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