Isaac Albéniz war einer der bekanntesten und einflussreichsten Komponisten Spaniens. Er wurde am 29 Mai 1860 in Camprodon, Girona, geboren. Albéniz führte ein sehr bewegtes, abenteuerliches Leben. Es begann als Wunderkind am Klavier: bereits mit vier Jahren gab er sein erstes Konzert. Mit sieben Jahren bestand er die Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Paris, wurde jedoch nicht zugelassen, da er noch zu jung war. Noch als Kind lief er immer wieder von zuhause fort und schlug sich mit spontanen Konzerten durch. Mit zwölf Jahren soll er sich als blinder Passagier auf ein Schiff nach Buenos Aires begeben haben. Er landete schließlich auf Kuba. Dort konnte ihn sein Vater ausfindig machen, musste ihn dann aber doch allein in die USA weiterreisen lassen. Dort gab er Konzerte in New York und 1874 in San Francisco. Weitere Stationen auf seinem abenteuerlichen Weg waren Liverpool, London und Leipzig. In Leipzig nahm er bei Carl Reinecke eine Weile Unterricht am dortigen Konservatorium. 1876 erhielt er ein Stipendium durch Guillermo Morphys, dem Sekretär von König Alfonso, und ging ans Königliche Konservatorium nach Brüssel. 1880 reiste er nach Budapest, um bei Franz Liszt zu studieren. Allerdings hielt dieser sich in Weimar auf. Im Alter von 15 Jahren hatte Albéniz bereits international Konzerterfahrung gesammelt. Vielfach befand er sich bei seinen Unternehmungen in Begleitung seines Vaters, der als Zollbeamter viel reisen musste. 1883 traf Albéniz in Barcelona seinen Landsmann und Komponisten Felip Pedrell. Auf dessen Anregungen hin begann er, im spanischen Kolorit zu komponieren. Er wurde berühmt für seine Klavierwerke, die auf wesentliche Elemente der spanischen Folklore zurückgreifen und auf diese Weise einen klassischen spanischen Nationalstil begründeten. Seine bekanntesten Werke wie Asturias, Granada, Sevilla, Cadiz, Cordoba, Cataluña, Mallorca oder Tango in D sind auch bedeutende Stücke in der klassischen Gitarrenliteratur. Dabei handelt es sich allerdings um Transkriptionen, überwiegend von Francisco Tarréga. Albéniz selbst hat kein einziges Stück für Gitarre geschrieben. Anlässlich der Weltausstellung in Barcelona 1888 sponsorte die Klaviermanufaktur Erard einen Zyklus von 20 Konzerten mit Musik von Albéniz. Zwischen 1889 und 1892, auf dem Höhepunkt seiner Konzerttätigkeit, tourte er durch ganz Europa. 1893 kehrte er wieder nach Spanien zurück und ging schließlich 1902 nach Paris, wo er bis zu seinem Tod blieb. Dort vollendete er zwischen 1905 und 1908 sein Meisterstück Iberia, eine Suite von zwölf Klavierimpressionen. Am 18. Mai 1909 erlag Isaac Albéniz in Cambo-les-Bains einem Nierenleiden, an dem er seit 1900 laborierte. Nur wenige Wochen vor seinem Tod hatte er die höchste Auszeichnung Frankreichs, das Grand-Croix de la Légion d'honneur erhalten. Albéniz ist in Barcelona begraben.
»Isaac Albéniz: Biographie und Einspielungen«
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