Der in der toskanischen Stadt Lucca geborene Luigi Boccherini (1743 – 1805) gilt zusammen mit Joseph Haydn als Begründer des Streichquartetts und als Meister des Streichquintetts, wobei er hier die Besetzung mit zwei Celli bevorzugte. Aus dem Fundus von insgesamt 125 Quintetten hat das 2018 gegründete belgische Karski Quartett zusammen mit dem Cellisten Raphaël Feye bisher zwei Alben mit einer repräsentativen Auswahl eingespielt. Die neueste CD enthält vier Werke aus den Jahren 1789 bis 1795, wobei bemerkenswert ist, dass der seit 1768 in Spanien wirkende Komponist und Cellist vom preußischen König Friedrich Wilhelm II. zum Hofkomponisten ernannt wurde und regelmäßig seine Partituren nach Berlin schickte, ohne jemals dorthin zu reisen.
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Frühjahrstagung der Deutschsprachigen Opernkonferenz beendet
Dreitägige Veranstaltung der Intendanten der führenden Opernhäuser
Die Teilnehmer der Deutschsprachigen Opernkonferenz, Foto: Bayerische Staatsoper
Die Frühjahrstagung der Deutschsprachigen Opernkonferenz (DOK) ist am Samstag, 11. April 2026, in München zu Ende gegangen. Über drei Tage hinweg tauschten sich Intendanten, Operndirektoren und Geschäftsführer der führenden Opernhäuser im deutschsprachigen Raum sowie des Royal Opera House Covent Garden über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Opernlandschaft aus. Ausrichter der Tagung war die Bayerische Staatsoper mit Staatsintendant Serge Dorny sowie Patrick Wasserbauer, Geschäftsführender Direktor. [14.04.2026]
Konzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden - durchaus auch mit Wiener Schmäh
Christoph Wagner-Trenkwitz, Foto: Ferdinand Neumüller
Wien – Mythos, Klangraum, Projektionsfläche. Kaum eine Stadt ist so eng mit der Geschichte der Musik verknüpft wie die österreichische Hauptstadt. Doch wo große Kunst entsteht, gedeiht auch ihr Gegenüber: die Kritik. Kaum anderswo wurde mit solcher Leidenschaft komponiert, gehört, gestritten und geschrieben. Das Konzert »Wien pur!« macht diesen spannungsvollen Dialog hörbar: zwischen schöpferischem Genie und scharfzüngiger Kritik, zwischen künstlerischem Anspruch und zeitgenössischem Unverständnis. [14.04.2026]
Der Großmeister der italienischen Gegenwartsoper übertrug die Erstaufführung seines neusten Antiken-Werks der Oper Bern. Auf der Grundlage von Aischylos’ Tragödie Die Orestie komponierte Salvatore Sciarrino ein packendes, atmosphärisch dichtes Werk, in dem der zurückgekehrte Agamemnon im Zentrum steht. Es ist der erste Teil von Aischylos' Trilogie mit dem italienischen Titel und Namen des Rückkehrers. Auf die Frage «Weshalb L’Agamennone?» antwortet der Komponist: «Zu den Ursprüngen Aischylos’ zurückzukehren bedeutet, die eigene Identität zu entdecken und an den Punkt zu gelangen, an dem die Demokratie geboren wurde.» [14.04.2026]
Operntalente aus 69 Nationen bewerben sich für "Neue Stimmen"
Live Auditions in zwölf Städten entscheiden über die Teilnahme am Wettbewerb
Vortrag von Anita Monserrat, zweite Preisträgerin von 2024, Foto: Besim Mazhiqi
Nach der ersten digitalen Vorauswahl mit Video-Bewerbungen ist nun die zweite Runde von Neue Stimmen 2026 gestartet. Bei internationalen Live Auditions in zwölf Städten präsentieren sich die Teilnehmenden persönlich vor der Jury. Im Anschluss entscheidet sich, wer sich für die Endrunde des Wettbewerbs vom 5. bis 9. Oktober in Gütersloh qualifiziert. Das Interesse am Internationalen Gesangswettbewerb Neue Stimmen der Liz Mohn Stiftung ist auch in seiner 21. Ausgabe ungebrochen hoch: Insgesamt 1.126 Nachwuchssänger aus 69 Nationen haben sich für den Wettbewerb registriert. Nach einer ersten digitalen Vorauswahl mit Video-Bewerbungen wurden 467 Talente zur zweiten Runde zugelassen, den sogenannten Live Auditions. Dabei stellen sich die ausgewählten Sängerinnen und Sänger in zwölf internationalen Musikmetropolen bis zum 10. Juni 2026 persönlich der Jury vor. [14.04.2026]
Auch das Jahr 2025 hat wieder zahlreiche empfehlenswerte Einspielungen hervorgebracht. Alle "CDs der Woche" und alle "Klassik Heute-Empfehlungen" finden Sie aufgelistet unter dem Menüpunkt "Medien -> Empfehlungen". Außerdem haben wir wieder eine Best of-Liste mit 30 Einspielungen des Jahres 2024 zusammengestellt, die unsere Rezensenten persönlich ganz besonders beeindruckt haben - besser geht's nicht!
Gioacchino Rossini
Petite messe solennelle Rheinische Kantorei • Edzard Burchards
cpo 2 CD 555 232-2
Aufnahmen von Rossinis „Petite messe solenelle“ gibt es viele, diese hier besticht durch die mühelose Leichtigkeit des Chorgesangs und durch den von Tobias Koch gespielten Érard-Flügel, dazu kommt die phänomenale Akustik der Klosterbasilika Knechtsteden. All dies gibt dem vielgespielten Werk ironische Frische und zugleich innigen Ernst.
Für Barbara Bonney war die langjährige Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt ein entscheidender Schritt in ihrem reichen Sängerinnenleben. Bei allen Erfolgen: Die Qualitäten ihrer Stimme betrachtet sie auffallend nüchtern. „Ich habe eine ganz normale Stimme, aber ich habe irgendwie durch Musikalität, meine Liebe zu Sprachen und mit Hilfe meiner Phantasie etwas draus gemacht.“
dass es rund 600 Klavierwettbewerbe weltweit gibt?
„...“
Wie viel Gegenwart ist in der Musik der Vergangenheit vorausgeahnt worden, die wir noch nicht entdeckt haben? Wie viel bereits Gehörtes ist in der Musik der jeweiligen Gegenwart notwendig, um Neues zu rechtfertigen?