Seit zwei Jahrzehnten erscheinen vermehrt Aufnahmen mit Werken von Komponistinnen. Manches – wie hier – höchst beachtenswert, manches eher banal und in der Hauptsache zur Befriedigung des herrschenden Zeitgeistes. Umso dankenswerter ist es, dass das Ensemble Louise Farrenc unseren Blick auf die erste Frau richtet, der man in Wien den Theorie- und Kompositionsunterricht anvertraute. Sie heißt Johanna Müller-Hermann (1868-1941) und wurde von Zeitgenossen wie Wilhelm Furtwängler durchaus geschätzt, fiel aber als Spätromantikerin mit Tendenz zum Impressionismus nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit. Die sechs Musiker widmen sich nun – durchaus mit Gewinn für die Zuhörer – ihrem Streichquintett (1909) und ihrer Cellosonate (1915).
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
15. Internationaler Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart
Internationale Hugo Wolf Akademie: Preise sind vergeben
Bariton Emil Greiter und Pianist Paul Breyer sind die Gewinner des Internationalen Wettbewerbs Liedkunst Stuttgart., Foto: Reiner Pfisterer
Als „ein Fest für die lebendige Welt des Liedes“, bezeichnet die Pianistin Susan Manoff den Internationalen Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart, der am 4. Oktober 2026 mit einem gefeierten Preisträgerkonzert im Konzertsaal der HMDK Stuttgart zu Ende ging. Und Bariton Roman Trekel betont die herausragende Leistung dieses biennal stattfindenden Wettstreits, der als „Fels in der Brandung“ das Lied „lebendig, interessant und im Gespräch hält“. Das Lob der beiden Jurymitglieder 2026 unterstreicht die Bedeutung und Strahlkraft der von der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie (IHWA) organisierten Veranstaltung, die getragen wird von der gemeinsamen Liebe zum Lied, der Kamaraderie der jungen Profis und der Öffnung hin zu einem begeisterten Publikum von Lied Lovers. [07.10.2026]
BR Chor: Saisonstart mit geistlicher Musik aus Osteuropa
Saisoneröffnung des BR Chores am 24. Oktober im Prinzregententheater
Chor des BR mit Peter Dijkstra, Foto: Astrid Ackermann
Peter Dijkstra eröffnet die neue Spielzeit beim Chor des Bayerischen Rundfunks am Samstag, 24. Oktober, im Münchner Prinzregententheater mit einem eindringlichen Abend geistlicher Musik aus Osteuropa. Arvo Pärt, Henryk Górecki und Alfred Schnittke führen in Klangräume, in denen Glauben, Innenschau und Grenzüberschreitung auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen. [07.10.2026]
Bei einer öffentlichen Probe mit ihrer Ersten Gastdirigentin Tabita Berglund am 15. Oktober erlebt das Publikum die Dresdner Philharmonie aus nächster Nähe. Geprobt wird Schuberts „Unvollendete“. Im Anschluss beantwortet Tabita Berglund Fragen des Publikums. Wie entsteht die Interpretation eines großen sinfonischen Werks und was geschieht, wenn eine Dirigentin eine Passage unterbricht, verändert und noch einmal probt? Mit dem neuen Format „Mittendrin“ lädt die Dresdner Philharmonie ihr Publikum erstmals dazu ein, eine Probe aus nächster Nähe mitzuerleben. [07.10.2026]
Iveta Apkalna und Antoine Tamestit beim WDR Sinfonieorchester
Konzerte mit Marie Jacquot in Köln am 16. und 17. Oktober
Marie Jacquot und das WDR Sinfonieorchester, Foto: Julia Wesely
Einen Monat nach ihrem umjubelten Antrittskonzert als neue Chefdirigentin gestaltet Marie Jacquot ein weiteres facettenreiches Programm mit dem WDR Sinfonieorchester. Es trägt ganz die Handschrift der 36-jährigen Französin – der ersten Frau an der Spitze eines deutschen Rundfunkorchesters – und präsentiert eine beziehungsreiche Zusammenstellung selten gespielter Werke mit bekanntem Repertoire. [07.10.2026]
Die Schweizer Geigerin und Orchesterleiterin Chiara Banchini zählt zu den bekanntesten Protagonisten der Historischen Aufführungspraxis. Für ihre Einspielungen wurde sie vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt mehrmals den Preis der Deutschen Schallplatten, den französischen Diapason d'Or und den Prix international du disque. Am 7. Oktober 1946 wurde sie in Lugano geboren. Ihre musikalische Grundausbildung erhielt sie in ihrer Heimatstadt. Das angestrebte Musikstudium absolvierte sie am Genfer Konservatorium, das sie 1971 mit dem Prix de virtuosité abschloss. Anschließend vervollkommnete sie ihre Fertigkeiten bei Sándor Végh und erwarb schließlich 1975 das Solistendiplom am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Mittlerweile war sie Mitglied im Ensemble Contrechamp geworden, einem Schweizer Solistenensemble, das sich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Die Begegnungen mit Nikolaus Harnoncourt und Sigiswald Kuijken in Den Haag entfachten jedoch ihre Begeisterung für die Barockmusik und die Historische Aufführungspraxis und leiteten infolge dessen einen kompletten Umschwung ihrer musikalischen Ausrichtung ein.
Am 7. Oktober 2026 feiert Charles Dutoit seinen 90. Geburtstag. Der Schweizer Dirigent wurde 1936 in Lausanne geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung in den Konservatorien von Lausanne und Genf, die er in Siena und in Tanglewood (Massachusetts) vervollständigte. Ab 1953 leitete er verschiedene Chöre und Amateurorchester. International bekannt wurde er, als ihn Herbert von Karajan nach Wien einlud, um an der Wiener Staatsoper die Premiere von Manuel de Fallas Ballett El sombrero de tres picos zu dirigieren.
dass die Partitur in Ligetis "Atmospheres" an einer Stelle 77 Systeme umfaßt?
„...“
Die Welt ist ein König, und sie will geschmeichelt sein, soll sie sich günstig zeigen – doch wahre Kunst ist eigensinnig, läßt sich nicht in schmeichelnde Formen zwängen.