Vor genau einem halben Jahrhundert ist der italienische Komponist Ildebrando Pizzetti in Rom gestorben. Er gehörte zusammen mit Ottorino Respighi, Gian Francesco Malipiero und Alfredo Casella der sog. „1880er Generation“ an, die zu ihrer Zeit die führenden Komponisten Italiens bildeten. Geboren wurde Ildebrando am 20. September 1880 in Parma. Er war der Sohn eines Pianisten und Klavierlehrers. Durch seinen Vater erhielt er auch den ersten Klavierunterricht. Ursprünglich wollte Pizzetti Schriftsteller werden – er hatte bereits einige Stücke geschrieben, von denen zwei bereits aufgeführt worden waren –, bevor er sich 1895 entschloss, am Konservatorium in Parma Musik zu studieren. Unterrichtet wurde er von Giovanni Tebaldini, entwickelte ein lebenslanges Interesse für die frühe Musik Italiens. Einen Namen machte sich Pizzetti erstmals 1908 durch die Schauspielmusik zu La Nave von Gabriele d'Annunzio. Im selben Jahr wurde er Kompositionslehrer am Konservatorium von Florenz und übernahm von 1917 bis 1923 auch die Leitung. 1924 wechselte er als Direktor an das Konservatorium in Mailand und wurde schließlich 1936 Nachfolger von Respighi als Kompositionslehrer an der Academia di Santa Cecilia Roma. In dieser Eigenschaft wurde er zu einer der prägendsten Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit. Neben Alfredo Casella und Gian Francesco Malipiero gilt er auch als Begründer der modernen italienischen Musik. Pizzetti komponierte dreizehn Opern, etliche Schauspielmusiken, eine Sinfonie (1940), ein Klavier-, ein Harfen- und ein Cellokonzert, zwei Violinkonzerte, kammermusikalische Werke, ein Requiem (1922), ein De profundis (1938), Chorwerke und Lieder sowie die Musik für den monumentalen faschistischen Propagandafilm Scipione l’Africano. Er verfasste auch mehrere musiktheoretische Schriften. 1958 wurde Pizzetti mit dem internationalen Antonio-Feltrinelli-Preis ausgezeichnet. Er starb am 13. Februar 1968 in Rom.
»Ildebrando Pizzetti: Biographie und Einspielungen«
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