Der Komponist, Dirigent und Filmmusikproduzent John Williams ist der vielleicht produktivste, erfolgreichste und bekannteste US-amerikanische Komponist des 20. und 21. Jahrhunderts. Mit seiner Filmmusik zu inzwischen legendären Klassikern wie Der weiße Hai, E.T. – Der Außerirdische, Schindlers Liste, Jurassic Park und zu den Star Wars- und Harry Potter-Filmen hat er einprägsame und packende Themen und Motive geschaffen, die ihn weltweit berühmt gemacht haben. John Williams wurde am 8 Februar 1932 in New York als Sohn eines Orchestermusikers geboren. Seine musikalische Ausnahmebegabung zeigte sich schon sehr bald, als er bereits im Alter von drei Jahren Noten lesen lernte. 1948 zog die Familie nach Los Angeles, dort besuchte Williams die University of California und studierte Komposition bei Mario Castelnuovo-Tedesco. Nach Ableistung des Wehrdienstes zog er nach New York und studierte dort weiter an der Juilliard School of Music. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er als Jazz-Pianist. Seine 1951 erschienene erste Klaviersonate sowie weitere klassische Werke ließen erwarten, dass er eine klassische Komponistenlaufbahn einschlagen würde. Er begann jedoch auch, für das US-Fernsehen und für verschiedene Hollywood-Produktionen zu arbeiten. Mit dem Soundtrack zu dem Katastrophenfilm The Poseidon Adventure (Die Höllenfahrt der Poseidon) 1972 erzielte er einen Durchbruch als Filmkomponist, den er mit der Musik zu Der weiße Hai (1975) und Star Wars (1977) endgültig festigte. Seitdem hat sich John Williams als einer der führenden Filmkomponisten in Hollywood etabliert. John Williams zu porträtieren heißt, in Superlativen zu berichten. Seine Bekanntschaft und enge Freundschaft mit Steven Spielberg seit 1974 führte dazu, dass er mittlerweile 29 Partituren allein für Filme mit Steven Spielberg komponierte. Die Liste aller seiner Filmscores ist allerdings schier endlos, dazu kommen noch zahlreiche Fernsehproduktionen und ein umfangreiches Schaffen an klassischen Konzerten und weiteren Auftragswerken. So schrieb er vier Fanfaren für Olympische Spiele: für die Sommerspiele 1984 in Los Angeles, die Sommerspiele 1988 in Seoul, die Sommerspiele 1996 in Atlanta und die Winterspiele 2002 in Salt Lake City. 2003 wurde er dafür mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet. Für die Vereidigung Barack Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 20. Januar 2009 schrieb er das Quartett Air and Simple Gifts. Nicht weniger erstaunlich und bewundernswert ist die ebenfalls schier unendliche Liste an Auszeichnungen: 52-mal wurde er für einen Oscar nominiert, von denen er fünf gewonnen hat; sechsmal wurde er für den Emmy nominiert und gewann davon drei; 25-mal wurde er für den Golden Globe nomiert (vier gewonnen), 68-mal für den Grammy (24 erhalten) und sieben Mal erhielt er den British Adacemy Film Award. Mit seinen 52 Oscar-Nominierungen hält er derzeit den Rekord für eine lebende Person, insgesamt hat lediglich Walt Disney mit 59 mehr Nominierungen vorzuweisen. Von 1980 bis 1993 war John Williams Dirigent des Boston Pops Orchestra, seitdem ist er Ehrendirigent des Orchesters. Am 18. und 19. Januar 2020 ging ein Herzenswunsch von John Wiliams in Erfüllung, als er im goldenen Saal des Wiener Musikvereins mit Anne-Sophie Mutter als Solistin die Wiener Philharmoniker dirigieren durfte. Und als weiteres Highlight seiner großartigen Karriere dirigierte er vom 14. bis 16. Oktober 2021 im großen Saal der Berliner Philharmonie die Berliner Philharmoniker. Da war John Williams bereits 89 Jahre alt und ist somit der älteste Debütant, der je am Pult der Berliner gestanden hat. Am 9. Juni 2016 bereits wurde John William mit dem America Film Institute Life Achievement Award als erster Komponist überhaupt für sein Lebenswerk geehrt. Weitere Ehrungen anlässlich seines 90. Geburtstags am 8. Februar 2022 werden seine Lebensleistung weiter gebührend würdigen. Dazu herzlichen Glückwunsch!
»John Williams: Biographie und Einspielungen«
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