Alessandro Stradella war ein sehr produktiver italienischer Komponist des 17. Jahrhunderts. Er komponierte für so gut wie alle Gattungen der Musik seiner Zeit und ging dabei durchaus eigene, neue Wege. Als einer der ersten Komponisten stellte er Soloviolinen und Violinchöre als Concertino und Concerto grosso gegenüber und bereitete so den Boden für das Concerto grosso wie es von Corelli, Torelli und Vivaldi aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Neben zahlreichen Madrigalen, Motetten und geistlichen und weltlichen Kantaten für verschiedene Besetzungen schuf er auch Instrumentalmusik und sieben Opern. Sein Gesamtschaffen ist beachtlich. Viele Einzelheiten über sein Leben sind allerdings nicht bekannt. Er wurde am 1.10.1644 bei Modena geboren und war Spross einer römischen Adelsfamilie. Die Mutter zog nach dem Tod ihres Mannes 1653 mit ihren beiden Söhnen Alessandro und Stefano nach Rom, wo sie im Palast des Herzogs von Bomarzo Ippolito Lante Montefeltro della Rovere wohnen konnte. Mit seinen musikalischen Qualitäten als Sänger und Komponist fand Stradella rasch Anschluss an die führenden musikalischen Kreise der Stadt, zu denen so bekannte Komponisten wie Ercole Bernabei und Giacomo Carissimi zählten. Von Königin Christine von Schweden erhielt er schon bald Kompositionsaufträge und es hätte mit seiner musikalischen Karriere steil nach oben gehen können. Er war Sänger an San Giovanni de'Fiorentini und am Oratorio del Santissimo Crocifisso und trat daneben sehr viel in den Palästen des römischen Hochadels und in Florenz und Venedig auf, wo seine Stimme sehr gefragt war. Doch Stradella führte wohl ein sehr abenteuerliches Leben. Er musste 1677 aufgrund mehrerer Skandale, in die er verwickelt war, Rom verlassen, später auch Venedig, wohin er sich begeben hatte. Er hatte sich in die Geliebte eines einflussreichen Patriziers verliebte und wollte mit ihr fliehen, wurde aber gestellt und schwer verwundet. Nach seiner Genesung fand er in Genua eine neue Wirkungsstätte, wurde dort aber auf offener Straße niedergestochen und starb am 25. Februar 1682 noch am Tatort. Die Umstände der Tat konnten nie geklärt und der Täter nicht überführt werden. Von Stradellas Leben und Liebesabenteuern ließ sich Friedrich von Flotow zu seiner Oper Alessandro Stradella inspirieren, die 1844 in Hamburg uraufgeführt wurde. Eines der bekanntesten Werke Stradellas ist sein Oratorium San Giovanni Battista 1675 um die Enthauptung des Johannes des Täufers. Stradella greift hier im Gegensatz zu Carissimi auf einen Text in italienischer Sprache zurück. Bereits in diesem Werk teilt Stradella das Streicherensemble in ein Concertino und ein Concerto grosso auf. Bei der Uraufführung des Oratoriums wirkte nachweislich Arcangelo Corelli im Streicherensemble mit.
»Alessandro Stradella: Biographie und Einspielungen«
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- 31.03.2021 → UA vor 180 Jahren: R. Schumann: Sinfonie Nr. 1 op. 38 B-Dur
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