Wenn in den 50er und 60er Jahren ein Bass auf internationalem Niveau gefragt war, dann war Kurt Böhme mit die erste Wahl. Ob Buffo oder Bösewicht – Kurt Böhme konnte nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen sängerischen Qualitäten überzeugen, sondern gleichermaßen auch dank seines großen schauspielerischen Talents. Seit seinem Debüt als Kaspar in Webers Freischütz 1930 in Bautzen stand er bis weit in sein siebtes Lebensjahrzehnt hinein auf den großen Bühnen der Welt und brillierte im Laufe seiner Karriere in etwa 120 verschiedenen Rollen. Dabei verkörperte er die Rolle des Baron Ochs (Richard Strauss, Der Rosenkavalier) mehr als 500 Mal und die des Kaspar (Carl Maria von Weber, Der Freischütz) mehr als 350 Mal. Bei seinem Debüt trat er sogar in einer Doppelrolle als Kaspar und als Eremit auf. Kurz darauf erhielt er an der Dresdner Staatsoper sein erstes großes Engagement. Zwanzig Jahre lang, von 1930 bis 1950, war er dort Ensemblemitglied, hatte aber auch Engagements an anderen Opernhäusern (Wien ab 1934, Covernt Garden ab 1936, Salzburg 1941-1959, Met ab 1954, Bayreuther Festspiele). Von 1949-67 war er Mitglied der Münchner Staatsoper, seit 1955 auch Mitglied der Wiener Staatsoper. Mozart, Wagner und Strauss bildeten sein Hauptrepertoire, Böhme wirkte aber auch in zahlreichen Uraufführungen mit: Arabella (R. Strauss, Dresden 1952), Penelope (R. Liebermann, Salzburg 1954), Irische Legende (W. Egk, Salzburg 1955) , Schule der Frauen (R. Liebermann, Salzburg 1957), Sim Tjon (I. Yun, München 1972) u.a. Sein Wirken ist diskographisch in zahlreichen Aufnahmen und Mitschnitten bestens dokumentiert. Im Dezember 1964 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden. Vor 110 Jahren, am 5. Mai 1908, wurde Kurt Böhme in Dresden geboren. Er starb am 20. Dezember 1989 in München.
»Kurt Böhme: Biographie und Einspielungen«
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