Am 29. September 2017 jährt sich der Todestag des russischen Komponisten Alexander Tscherepnin zum 40. Mal. Er wurde am 21. Januar 1899 in Sankt Petersburg geboren und bildete zusammen mit seinem Vater Nikolai, seinen Söhnen Peter, Serge und Ivan und sogar noch zwei Enkelsöhnen quasi eine Komponisten-Dynastie. Bereits mit zwölf Jahren schrieb er seine erste Oper und hatte als Teenager schon mehrere hundert Stücke komponiert, darunter mehr als ein Dutzend Klaviersonaten. Die ersten wirklichen Erfolge hatte er jedoch auf dem Klavier. Er studierte am Konservatorium von Petrograd und in Tiflis, wohin die Familie nach der Oktoberrevolution 1917 geflohen war. 1921 verließ die Familie Rußland ganz und ließ sich in Paris nieder. Von dort aus startete Tscherepnin seine internationale Karriere als Pianist und als Komponist. 1925 gewann er den Schott-Preis mit seinem Concerto da Camera op. 33. Ab 1926 bereiste er die USA und unternahm von 1934 bis 1937 zahrleiche Konzertreisen nach Fernost. In China traf er die junge Pianistin Lee Hsien Ming, die er 1936 heiratete. Die Zeit während des Zweiten Weltkriegs verbrachte Tscherepnin in Frankreich. 1948 emigrierte er in die USA und ließ sich 1950 in Chicago nieder, wo er zusammen mit seiner Frau an der DePaul University lehrte. 1958 erwarb er die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1964 wurde vom Chicago Symphony Orchestra seine zweite Sinfonie unter Rafel Kubelik uraufgeführt. Im selben Jahr zog er nach New York um und pendelte in der Folgezeit regelmäßig zwischen Amerika und Europa. Dort starb er 1977 in Paris. In seiner Musik, in der er eine neunstufige Tonleiter benutzt, experimentiert Tscherepnin häufig mit Volksmusikmotiven, hält sich aber im Allgemeinen eher an traditionelle Formen. Zu seinen Hauptwerken zählen vier Sinfonien und sechs Klavierkonzerte. Seine zahlreichen Lieder und die kurzen Klavierstücke sind allerdings nicht selten noch wirkungsvoller. Das Singapore Symphony Orchestra unter der Leitung von Lan Shui hat eine Gesamtaufnahme der sinfonischen Werke Tscherepnins eingespielt. Diese Aufnahmen wurden 2008 neu aufgelegt, ergänzt um seine sechs Klavierkonzerte mit Noriko Ogawa am Klavier, dem Symphonic Prayer op. 93, Magna Mater op. 41 und weiteren Orchesterwerken.
»Alexander Tscherepnin: Biographie und Einspielungen«
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