François Couperin „Le Grand“ ist das bedeutendste Mitglied einer ganzen Pariser Organistendynastie. Er wurde am 10. November 1668 in Paris geboren. Mit elf Jahren verlor er seinen Vater Charles, der Organist an St-Gervais in Paris war. Die Organistenstelle an dieser Kirche wurde gewissermaßen in der großen Couperin-Familie weitervererbt. Da aber François’ Brüder Louis und Charles früh verstarben und François noch zu jung war und seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen war, um die Stelle entsprechend auszufüllen, versah inzwischen Michel-Richard Delalande das Amt. 1685 konnte François das Amt dann übernehmen bis er es 1723 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. 1693 wurde Couperin die Stelle eines Organisten der Königlichen Kapelle anvertraut, nachdem er sich in einem aufwendigen Wettbewerb gegen sieben weitere Kandidaten durchgesetzt hatte. Bis dahin hatte sein Orgellehrer Jacques Thomelin dieses Amt versehen. 1694 wurde Couperin zum Musiklehrer der königlichen Prinzen und Prinzessinnen bestellt, zwei Jahre später wurde er in den Adelsstand erhoben und ab 1701 fungierte Couperin als Hofmusikdirektor. Ab 1714 veranstaltete Couperin in Versailles fast jeden Sonntag „Concerts royaux“, kleine Konzerte in kleiner Besetzung, die ausschließlich der Unterhaltung Ludwigs XIV. dienten. Seine Ämter bei Hofe übte Couperin bis 1730 aus. Er starb am 12. September 1733 in Paris. Couperin hinterließ ein reichhaltiges Œuvre: mehrere Triosonaten für zwei Oberstimmen und Generalbass, 4 Konzerte für Streicher und Holzbläser (Ludwig IV. gewidmet), 12 Konzerte unter dem Titel Les goûts réunis, eines davon ist dem Andenken an Arcangelo Corelli, ein anderes an Jean-Baptiste Lully gewidmet, außerdem 2 Suiten für Gamben und 2 Orgelmessen. Darüber hinaus schrieb er an Vokalmusik 7 Airs sérieux, eine Air à boire, ein Terzett, 2 Kanons, 3 Karwochenlesungen und zahlreiche Motetten und Versetten. Seine größte Bedeutung liegt allerdings auf dem Gebiet der Tasteninstrumente, insbesondere des Clavecins. Inoffiziell trug Couperin den Titel „Maître de Clavecin du Duc de Bourgogne“. Er verfasste zwischen 1713 und 1730 vier Bücher unter dem Titel Pièces de Clavecin, die insgesamt 240 Stücke in 27 „Ordres“ enthalten und eine Höhepunkt der französischen Kunst des Clavecins des 17. Jahrhunderts darstellen. Schließlich verfasste er noch ein Lehrwerk L’Art de toucher le Clavecin mit 8 Préludes für Cembalo und übte damit insgesamt unbestritten großen Einfluss auf Rameau, Bach und Händel aus.
»François Couperin: Biographie und Einspielungen«
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