Der französische Pianist Aldo Ciccolini war einer der führenden Pianisten der „Goldenen Ära“ der Schallplatte. Seine Diskographie beläuft sich auf über 100 Einspielungen auf Schallplatte und CD. Schwerpunkt seines Repertoires waren die französischen Komponisten Claude Debussy, Maurice Ravel und Erik Satie. Saties Klavierwerk legte Ciccolini in einer Gesamteinspielung vor. Daneben widmete er sich aber auch den Werken von Camille Saint-Saëns und César Franck, sowie den spanischen Komponisten Isaac Albéniz und Manuel de Falla und dem ungarischen Komponisten Franz Liszt. Auch weniger bekannte Klavierwerke z.B. von Emmanuel Chabrier, Jules Massenet, Charles Valentin Alkan, Déodat de Séverac brachte er seinem Publikum nahe und nahm auch vernachlässigtes Repertoire etwa von Antonio Salieri oder Mario Castelnuovo-Tedesco in seine Programme auf. Gegen Ende seiner aktiven Pianistentätigkeit konzentrierte sich Ciccolini auf das Klavierwerk von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Von Beethovens Klaviersonaten legte er ebenfalls eine Gesamteinspielung vor. 2010 veröffentlichte EMI 56 CDs mit seinen gesamten Einspielungen. Seiner Herkunft nach war Ciccolini Italiener. Er wurde am 15. August 1925 in Neapel geboren. Im Alter von neun Jahren durfte er per Sondererlaubnis des Direktors Francesco Cilea am Konservatorium Neapel ein Musikstudium beginnen. Er studierte Komposition und Klavier. Mit 16 Jahren spielte er Chopins 2. Klavierkonzert im Teatro San Carlo. Während des Zweiten Weltkriegs sicherte Ciccolini den Lebensunterhalt seiner Familie, indem er vor amerikanischen Soldaten und in Bars spielte. Nach Kriegsende wurde er am Konservatorium der jüngste Professor für Klavier. 1948 – ein Jahr später – wurde er mit dem Santa-Cecilia-Preis in Rom ausgezeichnet. Weitere Preise und Auszeichnungen folgten, u.a. beim Concours de Genève und beim Long-Thibaud-Crespin-Wettbewerb in Paris. Dort ließ sich Ciccolini dann auch nieder und erwarb 1969 die französische Staatsbürgerschaft. Seine internationale Karriere begann 1950 mit dem 1. Klavierkonzert von Tschaikowsky mit dem New York Philharmonic Orchestra unter Dimitri Mitropoulos. Von da an arbeitete er mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten wie Arthur Grumiaux, Henryk Szeryng, Jacques Thibaud oder Paul Tortelier zusammen. Auch für Liederabende war Ciccolini sehr gefragt und begleitete Größen wie Nicolai Gedda, Régine Crespin, Renata Scotto oder Elisabeth Schwarzkopf, die von ihm sagte, dass sie „kaum einen wunderbareren Partner und Begleiter getroffen“ habe. Von 1971 bis 1988 war Ciccolini Professor am Conservatoire de Paris. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2002 den Diapason d’or, wiederholt den Grand Prix du Disque, wurde Offizier der Ehrenlegion sowie Kommandeur des Ordre des Arts et des Lettres und Offizier (1991) bzw. Kommandeur (2008) des Ordre national du Mérite. 2013 wurde er von der Jury des International Classical Music Award mit dem „Lifetime Achievement Award“ ausgezeichnet. Aldo Ciccolini starb nicht ganz 90jährig am 1. Februar 2015 in Asnières-sur-Seine.
»Aldo Ciccolini: Biographie und Einspielungen«
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