Semperoper Dresden präsentiert ihre Saison 2026/27
300 Vorstellungen, acht Opernpremieren, zwei Ballettpremieren und einem vielfältigen Repertoire
Mit nahezu 300 Vorstellungen, acht Opernpremieren, zwei Ballettpremieren und einem vielfältigen Repertoire entfaltet die Semperoper Dresden in der Spielzeit 2026/27 ein Panorama musikalischen Erzählens zwischen individueller Sehnsucht und gesellschaftlicher Grenzen. Werke von Verdi, Rasch, Lehár über Martinů und Paër bis Wagner beleuchten das Spannungsfeld von Individuum und System und schlagen einen musiktheatralischen Bogen von der persönlichen Gewissensentscheidung bis zur kollektiven Bewegung. „Unser Opernhaus ist ein Ort gedanklicher Möglichkeiten und sinnlicher Wahrnehmungen. Unter dem Leitgedanken ‚Stell dir vor, du bist Teil des Spiels‘ lädt die Saison 2026/27 dazu ein, Positionen und Erwartungen zu hinterfragen und die Kraft großer Musik und bewegender Geschichten gemeinsam zu erleben“, so Intendantin Nora Schmid.
Operpremiere und Regie-Debüt
Den Auftakt der Opernpremieren bildet Giuseppe Verdis Un ballo in maschera in der Neuinszenierung von Angela Denoke in ihrem Semperoper-Regiedebüt und unter der Musikalischen Leitung des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti. Im Spannungsfeld von politischer Intrige und persönlicher Loyalität entfaltet sich ein Drama über Macht, Verrat, Liebe und Schuld. Francesco Meli übernimmt die Partie des Riccardo, in den weiteren Rollen sind unter anderem Nicole Car, Yulia Matochkina, Rosalia Cid und Lodovico Filippo Ravizza zu erleben.
Die Premieren
Mit Franz Lehárs Die lustige Witwe in der Regie von Dirk Schmeding und unter der Musikalischen Leitung von Killian Farrell folgt eine Operette im Premierenreigen, die gesellschaftliche Mechanismen mit tänzerischer Eleganz und ironischer Distanz beleuchtet. Erica Eloff debütiert als Hanna Glawari, Johannes Martin Kränzle gestaltet in seinem Hausdebüt die Partie des Grafen Danilo.
Mit Bohuslav Martinůs The Greek Passion in der Regie von Elisabeth Stöppler und unter der Musikalischen Leitung von Erik Nielsen kommt ein Werk nach Dresden, das Fragen über Toleranz, Heimat, Nächstenliebe und Zwischenmenschlichkeit thematisiert. Unter anderem Pavol Breslik und Marjukka Tepponen prägen die Besetzung dieser ersten Dresdner Eigenproduktion des Stückes.
Einen besonderen Akzent setzt die Neuproduktion von Ferdinando Paërs Leonora, inszeniert von Andrea Moses mit Giulio Cilona am Dirigentenpult. Das 1804 in Dresden uraufgeführte Werk bildet im Rahmen des Beethoven-Jubiläumsprogramms von Semperoper Dresden und Sächsischer Staatskapelle Dresden Beethoven 200& einen programmatischen Bezugspunkt der Saison. Neben Peter Kellner als Rocco und Jasmin Delfs als Marcellina übernimmt Louise McClelland Jacobsen die Titelpartie in dieser Oper, die den Mut des Einzelnen gegen ein repressives System in den Mittelpunkt stellt.
Frühe Wagner-Oper
Mit der Neuinszenierung Rienzi, der Letzte der Tribunen durch Eva-Maria Höckmayr kehrt Richard Wagners politisches Frühwerk nach fast 90 Jahren auf die Dresdner Bühne zurück. Klaus Florian Vogt verkörpert erstmals die charismatische Titelfigur zwischen Idealismus, Hybris und Scheitern neben Andreas Bauer Kanabas, Sinéad Campbell Wallace und Catriona Morison unter der Musikalischen Leitung von Patrick Hahn.
Beethoven-Gedenktag und "Fidelio"-Inszenierun von Christine Mielitz
Anlässlich des 200. Todestages Ludwig van Beethovens im Jahr 2027 feiert die Festreihe Beethoven 200& den Komponisten mit zahlreichen Konzerten der Sächsischen Staatskapelle Dresden sowie einem umfangreichen Rahmenprogramm als künstlerischen Impulsgeber für Fragen nach Freiheit, Gerechtigkeit und Humanität. So ist in der Sparte Oper neben der Neuinszenierung von Paërs Leonora die legendäre Fidelio-Inszenierung von Christine Mielitz aus dem Jahr 1989 wieder zu erleben.
Glanzpunkte des Repertoires
Das Repertoire der Saison verbindet ebenso klangliche Opulenz mit psychologischer Tiefe und stilistischer Vielfalt. In der Wiederaufnahme von Verdis Don Carlo in der bildgewaltigen Inszenierung von Vera Nemirova ist unter anderem Georg Zeppenfeld als Filippo II. neben Stephen Costello in der Titelpartie zu erleben. Angel Blue gibt ihr Hausdebüt als Elisabetta di Valois unter der Musikalischen Leitung von Marcus Merkel. Weitere Glanzpunkte im Repertoire bringen die Wiederaufnahmen von Strauss’ Der Rosenkavalier mit Johanni van Oostrum als Feldmarschallin sowie Puccinis La bohème mit Pene Pati als Rodolfo in die Semperoper.
Korngolds Die tote Stadt mit Klaus Florian Vogt und Camilla Nylund, Mascagnis/ Leoncavallos Cavalleria rusticana & Pagliacci mit Irene Roberts und Angelo Villari in Cavalleria, Lortzings Der Wildschütz mit Georg Zeppenfeld, Louise McClelland Jacobsen und Philipp Jekal in seinem Hausdebüt sowie Parsifal erneut mit Eric Cutler in der Titelrolle – um nur einige der vielen Künstler zu nennen – ergänzen das programmatische Spektrum zwischen existenzieller Tragik und komödiantischer Leichtigkeit. Mozartfans dürfen sich in den Wiederaufnahmen von Don Giovanni auf Mariangela Sicilia und Ryan Speedo Green in ihren Hausdebüts sowie Carolina Lopéz Moreno freuen, aber auch auf Jacquelyn Stuckers Hausdebüt und auf eine Dresdner Wiederbegegnung mit Christoph Pohl in Le nozze di Figaro.
Der reguläre Kartenvorverkauf für die Spielzeit 2026/27 beginnt am 25. März 2026 um 10 Uhr online über semperoper.de und über den Besucherservice. Der Vorverkauf für Abonnenten startet bereits am 10. März 2026.
