«Zürich Barock» - Das neue Festival für Alte Musik
Das Opernhaus Zürich feiert vom 20. bis 29. März 2026 die erste Ausgabe des neuen Festivals
Mit «Zürich Barock» rückt das Opernhaus Zürich erstmals über zehn Tage hinweg die Vielfalt der Barockmusik in den Mittelpunkt. Als künftig jährlich stattfindendes Festival vereint es Opernproduktionen, Konzerte, Kammermusik, Familienformate und performative Formate zu einem konzentrierten Panorama historischer Aufführungspraxis. Eine der prägendsten Künstlerpersönlichkeiten in der Geschichte des Opernhauses Zürich war Nikolaus Harnoncourt, einer der Pioniere der Originalklangbewegung. Aus seinem Entdeckergeist ist das Orchestra La Scintilla hervorgegangen, getragen von Musikerinnen und Musikern des Orchesters der Oper Zürich.
«Zürich Barock» macht diese Besonderheit in verdichteter Form erlebbar und vereint international führende Künstler der historischen Aufführungspraxis, darunter Cecilia Bartoli, Emmanuelle Haïm mit Le Concert d’Astrée sowie Raphaël Pichon mit dem Ensemble Pygmalion. Weitere zentrale Mitwirkende sind Philippe Jaroussky, Bruno de Sá, Elizabeth DeShong, Elsa Benoit, Anthony Gregory, Max Emanuel Cencic, Jeanine De Bique und Julien Prégardien.
Dialog dreier prägender Klangwelten des 18. Jahrhunderts
Der programmatische Schwerpunkt der ersten Festivalausgabe liegt auf dem Violinisten und Komponisten Jean-Marie Leclair, dessen Musik französische Raffinesse, italienische Virtuosität und den kosmopolitischen Geist des 18. Jahrhunderts verbindet. In Beziehung zu Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach entsteht ein Dialog dreier prägender Klangwelten dieser Epoche.
«Scylla et Glaucus» - ein musikalische Rarität
Im Zentrum der ersten Festivalausgabe steht die Premiere von Jean-Marie Leclairs Tragédie lyrique Scylla et Glaucus. Die einzige Oper des französischen Komponisten ist eine musikalische Rarität und eine eindringliche Studie innerer Verwandlung. Regisseur Claus Guth kehrt mit dieser Neuinszenierung ans Opernhaus Zürich zurück. Die musikalische Leitung übernimmt Emmanuelle Haïm, die mit ihrem Ensemble Le Concert d’Astrée zu den international profiliertesten Spezialistinnen für Alte Musik zählt.
Händel-Opern
Mit Georg Friedrich Händels Giulio Cesare in Egitto präsentiert das Festival eines der berühmtesten Werke des Barockrepertoires. In der Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo verlegt Regisseur Davide Livermore die Handlung auf einen luxuriösen Nil-Kreuzer. Cecilia Bartoli ist mit Cleopatra in einer ihrer Glanzrollen zu erleben.
Eine weitere Opernpremiere setzt Händels Aci, Galatea e Polifemo in konzertanter Form auf das Programm. Die charmante Miniaturoper des jungen Händel lässt bereits zahlreiche musikalische Einfälle erkennen, die später in seinen großen Bühnenwerken wiederkehren. Der Countertenor Philippe Jaroussky, international als Sänger gefeiert, gibt hier sein Opernhausdebüt als Dirigent und leitet das Orchestra La Scintilla.
Bach-Passionen
Höhepunkte des Konzertprogramms bilden die beiden großen Passionen von Johann Sebastian Bach. Die Johannes-Passion erklingt mit dem Orchestra La Scintilla und der Zürcher Sing-Akademie unter der Leitung von Florian Helgath. Für die Matthäus-Passion gastiert der französische Dirigent Raphaël Pichon mit seinem renommierten Ensemble Pygmalion. Gemeinsam mit Concerto Köln gestaltet zudem die Sopranistin Jeanine De Bique ein Konzertprogramm mit Arien von Händel und Zeitgenossen.


