BR-Operettenpreis "Spielzeit-Frosch“ geht an Münchner Gärtnerplatztheater
Peter Lunds Neuinszenierung der Lehár-Operette "Der Graf von Luxemburg" überzeugte die Jury
Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz ist am 20. September 2026 in der Sendung "Operetten-Boulevard" auf BR Klassik mit dem BR Klassik Spielzeit-Frosch 2025/26 für Der Graf von Luxemburg ausgezeichnet worden. Peter Lunds Neuinszenierung der Lehár-Operette überzeugte die Jury und setzte sich gegen neun weitere prämierte Produktionen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich durch. Die Premiere war am 27. März 2026 in München. Mit diesem Operettenpreis soll der Mut gewürdigt werden, selten gespielte Werke herauszubringen, oder eine neue szenische Lesart zu wagen, erklären Franziska Stürz, Amélie Pauli und Dr. Stefan Frey vom BR Klassik Operetten-Boulevard.
Jurybegründung: Szenische Verjüngungskur und gelungene neue Textfassung
Die Jury lobt Peter Lunds neue Textfassung und seinen pfiffigen Regieansatz, der die Handlung auffrischt, weil sie aus der Titelfigur René einen charmanten Hochstapler macht. Die neue Rolle der Gräfin von Luxemburg ist wie alle Frauenfiguren in der Inszenierung deutlich emanzipiert. Der Geschlechterkampf findet auf Augenhöhe statt. Das harmoniert bestens mit dem Original und wertet es sogar noch auf.
Elegante Ausstattung
Schauplatz bleibt wie im Original das Paris um 1900. Jürgen Franz Kirner hat dafür wandlungsfähige Eiffelturm-Elemente auf der Drehbühne platziert, bevölkert von einem bunten Künstler- und Aristokratenvölkchen in stimmigen und äußerst eleganten Fin de Siècle-Kostümen von Daria Kornysheva.
Lachendes Operettenglück
Auch musikalisch überzeugt Der Graf von Luxemburg, neu eingerichtet von Kai Tietje, durch gefühlvolle und spannungsreiche Nuancen im vorbildlichen Zusammenspiel. Dirigent Michael Brandstätter bringt Lehárs Musik leichtfüßig und kitschfrei zum Klingen und lässt dem Ensemble den nötigen Gestaltungsraum. Die Besetzung, angeführt von Tenor Daniel Prohaska und Sopranistin Andreja Zidaric, ist ideal, macht extrem gute Figur im flotten Spiel der Emotionen und beglückt auch durch große Textverständlichkeit.
Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz zeigt die ausgezeichnete Produktion wieder ab 6. Januar 2027.
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