4. Kammermusikfestival Landshut vom 26. - 30. August 2026
Der Künstlerische Leiter Mikhail Pochekin erläutert das Programm
Vom 26. bis 30. August 2026 laden die Freunde der Musik e.V. Landshut zum vierten Mal zu ihrem Internationalen Kammermusikfestival ein. Im historischen Rathausprunksaal begegnen sich achtzehn herausragende Musikerinnen und Musiker aus aller Welt, viele von ihnen erstmals in Landshut. Der Künstlerische Leiter des Festivals, Mikhail Pochekin, erläutert nachfolgend die Programmzusammenstellung des diesjährigen Festivals:
„Jede neue Festivalausgabe erzählt ihre eigene Geschichte und unterscheidet sich von allen vorhergehenden. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass jeder Zuhörer darin sowohl Vertrautes und Geliebtes als auch Neues und bislang Unentdecktes findet. Doch auch für uns Musiker ist jedes Festival eine Art künstlerisches Abenteuer, bei dem wir unterschiedliche Werke neu entdecken und neuen musikalischen Weggefährten begegnen.
Selten aufgeführte Meisterwerke von Mozart
In diesem Jahr nimmt – allgemein betrachtet – das breit gefächerte Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts einen besonderen Platz ein. In nahezu jedem Konzert werden Werke Mozarts zu hören sein, darunter auch seltener aufgeführte Meisterwerke wie das Streichquintett g-Moll KV 516 oder das Hornquintett Es-Dur KV 407. Darüber hinaus widmet sich diese Festivalausgabe in besonderem Maße Werken des 20. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang erklingen unter anderem die Klavierquintette von Dmitri Schostakowitsch und Edward Elgar, die Klaviertrios von Sergej Rachmaninow und
Rebecca Clarke sowie Werke von Zoltán Kodály, Alban Berg und weiteren Komponisten.
Erstes Konzert - 26. August - 19.30 Uhr
Das erste Konzert des Festivals vereint drei Werke aus unterschiedlichen Epochen. Felix Mendelssohns Klaviertrio op. 66 gehört zu seinen dramatischsten und tiefgründigsten Kammermusikwerken. Es st erfüllt von romantischer Leidenschaft, virtuoser Brillanz und lyrischer Schönheit und mündet schließlich in einen beinahe triumphal leuchtenden Choral. Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquintett KV 516 ist Musik von großer innerer Dramatik, geprägt von einer beständigen, mühevollen Suche aus der Ausweglosigkeit heraus. Nach dem tragischen Adagio zu Beginn des Finalsatzes erscheint das Rondo in G-Dur beinahe wie eine geistige Erleuchtung.
Dazwischen erklingt das Duo von Zoltán Kodály, geschrieben für die ungewöhnliche Besetzung von Violine und Violoncello. Als Dialog zweier gleichberechtigter Partner und erfüllt vom Geist der ungarischen Volksmusik bringt es die Stimme des 20. Jahrhunderts in das Programm ein.
Zweites Konzert - 27. August -19.30 Uhr
Im Mittelpunkt des zweiten Konzerts steht Dmitri Schostakowitschs Klavierquintett – ein Werk von seltener innerer Ausgewogenheit, in dem sich strenge klassische Form, polyphone Meisterschaft und tiefe menschliche Aufrichtigkeit zu einer der vollkommensten Kammermusikpartituren des 20. Jahrhunderts verbinden. Die weiteren Werke des Programms beleuchten und ergänzen gleichsam verschiedene Facetten dieses Quintetts: Die von Mozart bearbeiteten Fugen Johann Sebastian Bachs stehen in engem Bezug zum zweiten Satz des Quintetts und eröffnen einen Blick auf eine der Quellen von Schostakowitschs polyphonem Denken. Mozarts Klavierquartett KV 478, ebenfalls in g-Moll komponiert, beeindruckt durch seine klassische Struktur und Ausgewogenheit. Und schließlich das Adagio aus
Alban Bergs Kammerkonzert – eines für Schostakowitsch besonders bedeutenden Komponisten, dessen Einfluss auf seine musikalische Welt kaum zu überschätzen ist.
Drittes Konzert - 28. August - 19.30 Uhr
Im dritten Konzert geht es um zwei monumentale Werke: Sergej Rachmaninows Trio élégiaque op. 9, dem Andenken seines Lehrers und Mentors Pjotr Iljitsch Tschaikowsky gewidmet, sowie Johannes Brahms’ Klavierquartett Nr. 3 op. 60. Zwei unterschiedliche Welten, verbunden durch tiefen Ernst, dramatische Ausdruckskraft und tragische Spannung.
Viertes Konzert - 29. August - 19.30 Uhr
Im vierten Konzert erklingen zwei Werke britischer Komponisten des 20. Jahrhunderts: das Klaviertrio von Rebecca Clarke, deren 140. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, sowie Edward Elgars Klavierquintett – ein Werk von außergewöhnlicher melodischer Schönheit und symphonischer Weite. Ergänzt wird das Programm durch Ludwig van Beethovens letzte Sonate für Violine und Klavier op. 96, die innerhalb seines Sonatenschaffens eine besondere Stellung einnimmt und tiefste seelische Empfindungen mit heiteren und brillanten Momenten verbindet.
Fünftes Konzert - 30. August - 12 Uhr - Matinee
Zu einer schönen Tradition unseres Festivals sind die Sonntagsmatineen geworden. Auch in diesem Jahr erwartet das Publikum zur Mittagszeit ein einstündiges Programm, diesmal unter dem Motto „Im Geiste der Oper“. Neben Werken Mozarts werden Themen aus beliebten Opern von Verdi, Rossini und Bizet zu hören sein. Auch überraschende Programmpunkte dürfen dabei nicht fehlen.
Sechstes Konzert -30. August - 19.30 Uhr
Das Abschlusskonzert des Festivals besteht ausschließlich aus Werken bedeutender Wiener Komponisten. Auf dem Programm stehen Joseph Haydns heiteres und elegantes Trio Hob. XV:27, Mozarts einzigartiges und außergewöhnliches Hornquintett KV 407 – ein wahres Hornkonzert im Kammermusikgewand – sowie Franz Schuberts geniales und unvergängliches Oktett, an dessen Aufführung mehrere der diesjährigen jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten mitwirken werden.“
Mikhail Pochekin, Künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals Landshut
Die Ausführenden Musikerinnen und Musiker:
- Violine Mikhail Pochekin (Künstlerische Leitung), Ivan Pochekin, Yuki Serino (Stipendiatin), Luis Suarez, Christian Tetzlaff, Diana Tishchenko
- Viola Jano Lisboa, WenXiao Zheng
- Cello Ivan Karizna, Yuya Okamoto, Simon Tetzlaff
- Kontrabass Omar Bishara (Stipendiat)
- Klarinette Pablo Barragán
- Fagott Esteban Wiart (Stipendiatin)
- Klavier Martina Consonni, Michail Lifits, Eldar Nebolsin
- Horn Pablo Neva Collazo
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