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Meldung vom 27.07.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Musikfest Berlin 2026 vom 28. August bis 23. September

36 Veranstaltungen mit Berliner und internationalen Orchestern und Ensembles

Vom 28. August bis 23. September 2026 eröffnet das Musikfest Berlin die neue Konzertsaison. Es wird von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstaltet und markiert zugleich das 75-jährige Bestehen der Berliner Festspiele. In 36 Veranstaltungen treten neben den Berliner Klangkörpern zahlreiche internationale Orchester und Ensembles auf, darunter das Finnish Radio Symphony Orchestra, die Kansas City Symphony, das London Symphony Orchestra, Le Concert des Nations, die Wiener Philharmoniker, das Freiburger Barockorchester sowie zahlreiche Solisten.

Ligeti-Oper zum Auftakt

Mit György Ligetis Oper Le Grand Macabre eröffnen die Berliner Festspiele das diesjährige Musikfest Berlin und feiern zugleich ihr 75-jähriges Bestehen. Ligeti gehörte zu den prägenden Komponisten der Berliner Festwochen, die 1951erstmals veranstaltet wurden. Seine Oper Le Grand Macabre, die er selbst als „Anti-Oper“ verstand, ist eine vehemente Persiflage auf totalitäre Herrschaft, Misswirtschaft und Korruption, angeregt durch die Bildwerke Pieter Bruegels und die gleichnamige Ballade von Michel de Ghelderode. Zum Musikfest Berlin kommt Le Grand Macabre als Produktion der Finnish Broadcasting Company, des Finnish Radio Symphony Orchestra und des Helsinki Festival, wo die Oper wenige Tage zuvor ihre finnische Premiere feiert.

Programm mit Bezug auf die frühen Jahre des Festivals

Das Programm des Musikfest Berlin 2026 spielt mit zahlreichen Bezügen auf die 75-jährige Geschichte der Berliner Festspiele und vormaligen Berliner Festwochen an: auf die Präsentation vor allem der Musik und Kultur der westlichen Welt in den Gründerjahren (Gastspiel einer New Yorker Produktion von George Gershwins Porgy and Bess 1952 im Titania-Palast), auf die Etablierung und den Ausbau eines kontinuierlichen Ost-West-Dialogs über den Eisernen Vorhang hinweg in den 1970er- und 1980er-Jahren (Komponisten der sowjetisch-russischen Nachkriegsavantgarde), auf die musikalischen und theatralen Gastspiele der großen Weltkulturen schon in den 1950er- und 1960er-Jahren sowie auf die Komponisten der Gegenwart, die über viele Jahre die Programme der Berliner Festwochen geprägt haben (wie Igor Strawinsky, Hans Werner Henze, Sofia Gubaidulina und Wolfgang Rihm).

Neuproduktion von Gershwins "Porgy and Bess"

Neben Le Grand Macabre entstammen weitere großformatige Veranstaltungen des Musikfest Berlin 2026 der musiktheatralen, der szenischen oder performativen Sphäre: allen voran George Gershwins Oper Porgy and Bess in einer Neuproduktion der Cape Town Opera und des Chineke! Orchestra; Wolfgang Rihms Orchesterritual Tutuguri nach Antonin Artaud mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra; Karlheinz Stockhausens Oper Mittwoch aus Licht in der Inszenierung von Susanne Kennedy, mit der Aviel Cahn, der neue Intendant der Deutschen Oper Berlin, eine neue Ära an Berlins traditionsreichem Opernhaus einläutet; Igor Strawinskys Geschichte vom Soldaten in der gefeierten Produktion des Salzburger Marionettentheaters, zu der Georg Baselitz die Puppen und die Ausstattung kreierte; schließlich das große Nō-Theater-Gastspiel aus Tokio mit Kiyokazu Kanze, dem XXVI. Großmeister von Japans berühmter Kanze-Schule.

Hans Werner Henzes Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal – und kaum ein anderer Komponist der Gegenwart war von Beginn an so sehr in den Programmen der Berliner Festspiele präsent. Noch 2007 wurde, als Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin, seine letzte Oper Phaedra vom Ensemble Modern und im

Bühnenbild von Ólafur Elíasson an der Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt.

Unbekannte Komposition von Yvonne Loriod

Als Yvonne Loriod – die 1924 geborene, herausragende Pianistin und legendäre Klavierpädagogin der französischen Moderne und Avantgarde – 2010 verstarb, wusste kaum jemand etwas von der Hinterlassenschaft ihres immensen kompositorischen Schaffens. Dieses war in jungen Studienjahren entstanden und sollte von ihr nicht mehr weiterverfolgt

werden, als sie als brillante Interpretin ihr pianistisches Können ganz in den Dienst der Musik ihres Mannes Olivier Messiaen stellte. Die nun gemachten Funde in der Pariser Nationalbibliothek haben sensationellen Charakter. 80 Jahre nach ihrer Entstehung kommt die 15-sätzige orchestrale Dichtung La Sainte Face beim Musikfest Berlin zur Uraufführung: mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Kent Nagano, das mit diesem Konzert die Einspielung des gesamten und bislang ungehörten Œuvres von Yvonne Loriod beginnt.

Zeitgenössisches und klassisch-romantische Werke

Bei allen geschichtlichen Referenzen an die früheren Berliner Festwochen mangelt es nicht an Veranstaltungen, die sich der heute entstehenden Musik widmen, darunter Werke von Alex Nante, Olga Neuwirth, Milica Djordjević, Clara Iannotta, Márton Illés und Enno Poppe.

Die Freunde des klassisch-romantischen Repertoires und der frühen Moderne begegnen der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Benjamin Britten, Anton Bruckner, Claude Debussy, Antonín Dvořák, Manuel de Falla, Leoš Janáček, Gustav Mahler, Wolfgang Amadeus Mozart, Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow, Robert Schumann, Peter Tschaikowsky und Richard Wagner.

Tickets über berlinerfestspiele.de/musikfest-tickets - telefonisch unter +49 30 263 97 100 täglich von 12.00 - 17.00 Uhr, Tageskasse, Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin, Mo, Mi-Fr von 12 - 18 Uhr; Sa, So, Feiertag: von 10 bis 18 Uhr- Dienstag geschlossen.

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