Cleveland Orchestra und Franz Welser-Möst auf Europa-Tournee
Das Orchester macht Station in Köln, Hamburg, Berlin und Dresden
Eigentlich war die Europa-Tournee schon für 2020 geplant. Doch die Pandemie verhinderte, dass Chefdirigent Franz Welser-Möst mit seinem Cleveland Orchestra auf Europa-Tournee gehen konnte. Im Spätsommer geht „America’s most brilliant orchestra“ (New York Times) nun zum ersten Mal wieder international auf Tournee und macht während der Europa-Reise auch Halt in Deutschland und können dabei zeigen, wie sehr Klangkörper und Dirigent in über 20-jähriger Partnerschaft zusammengewachsen sind.
Das Cleveland Orchestra kombiniert auf seiner Tournee Zeitgenössisches und Wiener Schule mit großer (spät-)romantischer Symphonik. Auf den Programmen stehen Werke von Wolfgang Rihm, Alban Berg, Anton Bruckner, Franz Schubert und Richard Strauss. Franz Welser-Möst ist froh, mit seinem Orchester wieder auf Reisen gehen zu können. Er sagt: „Wenn wir auf Tournee sind, ist uns ein Repertoire wichtig, dass einerseits die große Flexibilität und Vielseitigkeit des Orchesters zeigt und andererseits unter Beweis stellt, zu welcher musikalischen und klanglichen Intensität das Ensemble fähig ist.“
Besonderer Zugang zur Musik von Richard Strauss
Richard Strauss liegt Franz Welser-Möst besonders am Herzen, wie unschwer am Tour-Programm zu erkennen ist: Er dirigiert Till Eulenspiegels lustige Streiche, Macbeth und die Rosenkavalier-Suite. Seit mehreren Jahren ist er als einer der Strauss-Experten etabliert. Dies stellt er einerseits eindrucksvoll mit den Wiener Philharmonikern bei den Salzburger Festspielen unter Beweis: Für die NZZ ist seine Strauss-Interpretation „wegweisend“. Dass er genauso emotional-tiefgründige, klangvolle und transparente Strauss-Interpretationen andererseits gemeinsam mit dem Cleveland Orchestra liefert, davon zeugt auch das neue Album, das auf dem eigenen Label erscheint. Die Aufnahme beinhaltet die drei frühen Tondichtungen Don Juan, Macbeth und Till Eulenspiegels lustige Streiche und ist ab Juni erhältlich. In der FAZ ist über die Entwicklung des Cleveland Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten zu lesen: „Eine wienerische Eleganz der gesungenen Linien hat sich eingestellt, ein gestischer, klangrednerischer Duktus.“ Davon kann man sich anhand der neuesten Aufnahme selbst ein Bild machen.
Album mit Werken von George Walker
Noch im Herbst kommt das fünfte Album auf dem eigenen Label heraus: Hier steht der kaum bekannte US-amerikanische Komponist George Walker (1922-2018) im Mittelpunkt. Walker war zunächst Konzertpianist, bevor er sich dem Komponieren widmete und später selbst Jahrzehnte lang Komposition unterrichtete. Das Cleveland Orchestra hat unter Franz Welser-Möst seine Sinfonien 4 und 5, Antifonys für Streichorchester sowie Lilacs für Stimme und Orchester eingespielt. Für Lilacs, das auf einem Gedicht von Walt Whitman basiert, erhielt George Walker als erster Afroamerikaner 1996 einen Pulitzer-Preis.
Die Aufführungen und Einspielungen der Musik von George Walker sind Beleg dafür, wie wichtig es Franz Welser-Möst und dem Cleveland Orchestra ist, den Kanon der Musikliteratur um qualitativ hochwertige Werke zu erweitern und auf musikalische Entdeckungsreisen zu gehen. „Als ich Walkers Musik zum ersten Mal auf einer Aufnahme hörte, dachte ich: ‚Das ist mitteleuropäische, großartige Musik des 20. Jahrhunderts.‘ Und dann stellt man fest, dass er dort einen Gospel zitiert, auf eine ziemlich elaborierte und freigeistige Weise. Ich interessiere mich für seine Musik – nicht wegen Walkers Lebensgeschichte – ich interessiere mich für seine Musik wegen ihrer Qualität. Sie ist sehr dicht [..] und hat eine Intensität und eine echte Stimme, die mir sehr gefällt.“ Das Album mit Werken von George Walker erscheint Anfang November.
Tourneedaten
- 31.08.2022: Elbphilharmonie Hamburg
- 01.09.2022: Elbphilharmonie Hamburg
- 03.09.2022: Berliner Philharmonie
- 04.09.2022: Kulturpalast Dresden
- 05.09.2022: Kölner Philharmonie
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