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Besprechung CDLuise Adolpha Le Beau

Luise Adolpha Le Beau

Symphony op. 41

cpo 555 684-2

1 CD • 58min • 2024

05.11.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Erneut hat das Label cpo eine bisher unbekannte Komponistin gefunden: Luise Adolpha Le Beau. Jedoch: So unbekannt ist sie nicht, existiert doch eine reichhaltiger wikipedia-Artikel über sie, gibt es doch ein vollständiges Werkverzeichnis bei Klassika, sind doch einige Aufnahmen ihrer Werke auf youtube zu hören und bei jpc gibt es etliche CDs mit Werken von ihr zu kaufen, und Baden-Baden, ihr letzter Wohnort, hat sie geehrt mit einer Gedenktafel und der Benennung der Musikbücherei nach ihr. Schon zu Lebzeiten wurden Werke von ihr mit großem Erfolg aufgeführt und mit – wenn auch etwas vergiftetem – Lob bedacht: Luise Le Beau „ist so verständig gewesen, von aller Himmelsstürmerei in der Form wie im Inhalt gänzlich abzusehen und sich auf die Entwickelung der Gaben zu beschränken, welche die Natur ihr freigebig beschert hat: Wärme der Empfindung, Sinn für gefällige Melodie, Freude an schön klingenden Harmonien, ungekünsteltem Fluss der Melodien.“ So steht’s im Riemann Musiklexikon von 1882.

Solide Ausbildung

Luise Adolpha Le Beau ist 1850 in Rastatt als Tochter eines musikliebenden Offiziers geboren, erhielt von den Eltern eine gediegene Musikausbildung, nahm Klavierunterricht beim Karlsruher Hofkapellmeister Wilhelm Kalliwoda, debütierte als Pianistin 1868 mit dem 5. Klavierkonzert von Beethoven, ließ sich von Clara Schumann unterrichten, überwarf sich aber mit ihr. Die Familie Le Beau zog nach München um, wo Luise Privatkompositionsunterricht bei Josef Gabriel Rheinberger und dann bei Franz Lachner nahm und als Musikkritikerin wirkte. 1885 zog die Familie nach Wiesbaden, 1890 nach Berlin und 1893 nach Baden-Baden. Luise Adolpha verfasste 1910 ihre Memoiren, in denen sie deutlich machte, dass sie als Komponistin nicht so berücksichtigt wurde wie ihre männlichen Kollegen, und starb 1927.

Das Werkverzeichnis von Luise Adolpha Le Beau umfasst mehr als 60 Werke, vornehmlich für Klavier, sehr viele Lieder und Chorwerke sowie Kammermusik, aber auch eine Oper und zwei Oratorien. Auf dieser CD wird Le Beaus orchestrales Wirken vorgestellt: Ihre Konzertouvertüre op. 23, das einzige Klavierkonzert op. 37 sowie die einzige Symphonie op. 41.

Eingängige Melodien

Die Konzertouvertüre hat Luise Le Beau 1881 für die Silberhochzeit des Großherzogs Friedrich von Baden und seiner Frau Luise komponiert. So ist diese Musik mit eingängigen Melodien auch eher gefällig-repräsentativ als individuell geprägt. Nach einer langsamen tragischen Einleitung wird’s sehr bewegt und dann auch etwas tänzerisch, vorzüglich ist der Einsatz der Blechbläser im Wechsel mit den Streichern.

Im Klavierkonzert kann der Solist wahrlich glänzen – was Oliver Triendl tut, er lässt die vielen aufsteigenden Skalen ordentlich grollen und das Rankenwerk glitzern. Die Tonregie hat dafür das Klavier stark in den Vordergrund gerückt. Die Übergänge sind gelungen und es „rührt sich“ immer etwas im Kopfsatz. Im Adagio singt das Klavier elegisch, während das Orchester schwelgt. Eine ausführliche Kadenz gibt’s – außergewöhnlich – erst im Finale. Oliver Triendl, „ein passionierter Abenteuerreisender in die musikalische Vergangenheit“ (so Susanne Benda), hat ein Faible für „vergessene“ Werke und hat schon über 150 CDs eingespielt. Auch hier widmet er sich dieser Musik mit Hingabe und Spiellust.

Das Orchester spielt mit Feuereifer

In der Symphonie gefallen eher die Zwischensätze: Ein schlichtes Thema dominiert das schön fließende Adagio, das aber immer neue überraschende harmonische Einkleidungen erfährt. Das effektvolle und elegante Scherzo überrascht mit leisen Beckenschlägen und das fröhliche Finale mit farbigen Bläsereinwürfen im verlangsamten Seitensatz.

Genauso wie Oliver Triendl geht das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt unter Ernst Theis mit Feuereifer, ja Furor ans Werk, als ob’s Werke von Beethoven wären. Immer spielt es „auf Zug“, so sehr, dass es sogar das Adagio der Symphonie etwas zu rasch nimmt. Aber das ist vielleicht gut so, denn sonst wäre dieser längste Satz der Symphonie noch länger geworden…

Die Tonregie macht den Klang so trennscharf, dass man merkt, wie geschickt die Komponistin die Bläser einsetzt. Es ist viel hingebungsvolles Engagement in dieser Aufnahme, dazu passt die liebevolle und ausführliche Beschreibung der Musik durch Dr. Philine Lautenschläger im ausführlichen Booklet.

Rainer W. Janka [05.11.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Luise Adolpha Beau
1Konzertouvertüre F-Dur op. 23 00:07:56
2Klavierkonzert d-Moll op. 37 00:27:25
5Sinfonie F-Dur op. 41 00:22:44

Interpreten der Einspielung

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