Mozart The Organist Vol. 1
Ars Sonora ARSO-SACD-277
1 CD/SACD stereo • 66min • 2025
08.10.2026
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Gesamteindruck:![]()
Es wird wohl ewig ein Mysterium bleiben, warum Wolfgang Amadeus Mozert die Orgel zwar als „Königin der Instrumente“ bezeichnet, aber rein gar nichts dafür geschrieben hat. Zwar gibt es gute Gründe und manche Hinweise, etwa die damalige kirchenmusikalische Praxis und finanzielle Notwendigkeiten Mozarts, doch bleibt diese aus Sicht vieler Musiker schmerzliche Diskrepanz zweifellos bestehen. So groß wie der Wunsch nach originalen Orgelwerken ist jedoch auch die Initiative vieler Musiker, dem Abhilfe zu schaffen, etwa mit Transkriptionen. Der Polnische Organist Andrzej Szadejko hat nun eine bemerkenswerte Einspielung ebensolcher vorgelegt und nutzt dafür die Wegscheider-Orgel der Jakobikirche in Stralsund.
Hochwertiges Instrument
Die Orgel selbst ist bereits ein Hörerlebnis. Das Instrument lehnt sich zwar an historische Vorbilder an, wurde jedoch – abgesehen von drei erhaltenen Registern – vollständig neu gebaut. Seine Entstehung war allerdings von einigen Misstönen begleitet. Ursprünglich sollte ein historisches Instrument eines ortsansässigen Orgelbauers rekonstruiert werden – ein Vorhaben, dessen Realisierbarkeit je nach zugrunde gelegtem Gutachten unterschiedlich beurteilt wurde. Am Ende kam es dann aber zu einer gänzlich anderen Lösung. Die genauen Hintergründe bleiben von außen schwer durchschaubar und hinterlassen einen gewissen Beigeschmack. Nun steht das zweifellos hochwertige Instrument aber fertig da und überzeugt zumindest klanglich auf ganzer Linie. Selten erlebt man Flötenregister von so betörender Fülle und Süße, Prinzipale von solch samtig-rauer Präsenz und Zungenstimmen mit derart kernigem, unverwechselbarem Charakter. Schon deshalb ist diese CD empfehlenswert.
Brillantes Spiel, interessante Bearbeitungen
Auch Werkauswahl und Interpretationen Andrzej Mikołaj Szadejkos lassen aufhorchen. Neben zwei der bekannteren Klaviersonaten (KV 330 und 332) gibt es das Adagio KV 540, die Fantasie KV 397 und ein Präludium KV 284a zu hören. Hier entfacht Szadejko gleich zu Beginn ein pointiertes Feuerwerk brillanter Virtuosität: flirrende Läufe, brillante Mixturplena, die mit dunkel-grundierenden Grundstimmen kontrastieren und ein insgesamt packender, dramatischer Zugriff. Die Orgel gibt das alles her, da die Klangqualität jedes Registers außerordentlich ist. Da zirbelt nix tinnituslike am Trommelfell oder klingt zu dumpf, im Gegenteil. Manche Sätze überzeugen mehr, manche weniger. Ersteres ist nicht nur bei besagtem Eröffnungsstück der Fall, sondern auch beim Adagio KV 540, das Szadejko in all seinen klanglichen Facetten sehr genau ausleuchtet. Manche Sätze allerdings wirken wie Klavierwerke, die man auf der Orgel spielt und ein bisschen Pedal dranhängt, damit es orgelgemäßer klingt. Aber Szadejko macht immer eindrucksvolle, packende Musik daraus.
Guido Krawinkel [08.10.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Wolfgang Amadeus Mozart | ||
| 1 | Präludium C-Dur KV 284a | 00:04:16 |
| 2 | Sonate C-Dur KV 330 KV 300h | 00:20:59 |
| 5 | Fantasie Nr. 2 d-Moll KV 397 KV 385g | 00:05:34 |
| 6 | Sonate F-Dur KV 332 KV 300k | 00:25:08 |
| 9 | Adagio h-Moll KV 540 | 00:09:45 |
Interpreten der Einspielung
- Andrzej Mikołaj Szadejko (Orgel)
