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Besprechung CDTransfigurations

Transfigurations

Poul Ruders Concertos

OUR Recordings 8.226937

1 CD • 59min • 2025, 2020

01.10.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Poul Ruders (Jahrgang 1949) studierte ursprünglich Orgel und Klavier. Trotz vorübergehenden Unterrichts bei Ib Nørholm erarbeitete er sich seine Fähigkeiten als Komponist weitgehend autodidaktisch. Stilistisch knüpfte der Altersgenosse etwa Kalevi Ahos anfangs merklich an Penderecki an, zeigte jedoch auch ein gewisses Interesse am Minimalismus. Immer schon recht erfolgreich mit großbesetzten, effektvoll instrumentierten Orchesterwerken – etwa der Solar Trilogy (1992–95) und bislang sechs Symphonien –, rechnet man ihn spätestens seit seiner Oper The Handmaid’s Tale (nach Margaret Atwood, UA: Kopenhagen 2000) zu den wichtigsten Komponisten Dänemarks.

Drei Konzerte für typische Barockinstrumente

In den letzten beiden Jahrzehnten ist Ruders’ Tonsprache ein wenig unaufgeregter geworden. Die früher mit Ligeti vergleichbare Mikropolyphonie vor allem in Streichersätzen ist heute schlichter, auch wenn seine Musik immer freitonal geblieben ist und nur bei historisch motivierten Allusionen stellenweise tonale Anklänge kennt. Dies ist in den drei neuen Instrumentalkonzerten der Fall, die schon von der Besetzung her eine Auseinandersetzung mit Barockmusik zu erkennen geben. Das für die CD titelgebende Stück Transfigurations (für Blockflöten, 2022) und A Movable Concerto (für ein eben bewegliches Orgelpositiv, 2023) werden nur von einem Streicherensemble begleitet, während ausgerechnet das Cembalokonzert (2019) ein ganzes Symphonieorchester fordert.

Michala Petri glänzt mit einer enormen Farbpalette

Die beiden Sätze von Transfigurations beginnen fast identisch und die thematisch-motivische Arbeit zeigt laut Ruders gewissermaßen zwei Seiten derselben Medaille. Ruders verlangt den Wechsel zwischen vier Instrumenten der Familie (Tenor-, Alt- und Sopranblockflöte sowie Sopranino). Nicht nur dies beherrscht Michala Petri natürlich mühelos, sondern darf mit einer breiten Palette an Klang- und Ausdruckscharakteren glänzen; an wenigen Stellen eingesetzte Mikrotonalität gerät eher augenzwinkernd. Die Streicher – immerhin die Kremerata Baltica unter dem erfahrenen Andris Veismanis – spielen hier eine absolute Nebenrolle, agieren in den fünf knappen Stücken des Orgelconcertos zumindest atmosphärisch bedeutsamer und bestimmen das dortige Largo. Peter Navarro-Alonso spielt das klar von Händels Orgelkonzerten inspirierte Werk geistvoll und klanglich einfühlsam.

Cembalokonzert mit Ausrufezeichen

Ruders hatte bereits 1985 mit der ersten von zwei Suiten (Cembal d’Amore) für die ungewöhnliche Besetzung Cembalo plus Klavier (!) überrascht. Das Cembalokonzert vertritt mit seinen drei Sätzen und der größeren Besetzung mehr den Typus eines Virtuosenkonzerts, das einfach ein historisches Instrument in modernen Orchesterklang einbinden möchte. Das gelingt, vom Komponisten von vornherein so geplant, freilich nur mit recht behutsamer Verstärkung, die die wie immer faszinierenden Fähigkeiten Mahan Esfahanis (Finale!) voll zur Geltung bringen. Die Aufnahmetechnik fängt diese dynamischen Proportionen anscheinend korrekt ein, ist insgesamt makellos. Der inzwischen leider verstorbene Leif Segerstam leitet das Symphonieorchester aus Aarhus mit präzisem Ohr für die Feinheiten dieser nie aufdringlichen Partitur. Die drei vorgestellten Werke sind keinesfalls Stilkopien von Barockmusik oder easy listening, dafür wohlklingend und keinen Moment langweilig oder allzu vorhersehbar – eine willkommene Repertoire-Bereicherung.

Martin Blaumeiser [01.10.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Poul Ruders
1Transfigurations (A double portrait for recorder and string orchestra) 00:20:11
3A Movable Concerto (Five short pieces for positive organ and strings) 00:17:50
8Konzert für Cembalo und Orchester 00:20:57

Interpreten der Einspielung

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