Georg Friedrich Händel
Solo Sonatas
Ganassi Consort • Anne Röhrig violin
MDG 102 2400-2
2 CD • 1h 54min • 1990
21.07.2026
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Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Mit ihrer „Preziosa“-Reihe bringt die Musikproduktion Dabringhaus & Grimm (MDG) Schätze aus der jahrzehntelangen Label-Geschichte wieder ans Licht. Diesmal wird das Ganassi Consort neu aufgelegt, das in den 1980er Jahren zu den Pionieren der historischen Aufführungspraxis gehörte. Das Kölner Ensemble, benannt nach dem venezianischen Renaissance-Musiker Silvestro Ganassi, legte seinerzeit eine wegweisende Gesamtaufnahme von Händels Solosonaten vor. Die Solosonate, bei der ein einzelnes Melodieinstrument vom Basso continuo begleitet wird, war im frühen 18. Jahrhundert eine äußerst beliebte Form der Kammermusik. Händel widmete sich ihr vor allem in seinen ersten Londoner Jahren. Er wählte Altblockflöte, Traversflöte, Geige oder Oboe als Soloinstrumente. Das Basso continuo wurde vom Ganassi Consort mit Cembalo sowie Barockcello oder aber Viola da gamba besetzt.
Zurück zum Urtext
Dabei mussten die Ganassi-Musiker erstmal die Spreu von Weizen trennen. Erstverleger John Walsh hatte Händel weitere Solosonaten von fragwürdiger Echtheit untergeschoben. Er transponierte, änderte Besetzungen, kombinierte Sätze neu.
Die Musiker des Ganassi Consort besorgten sich daher Händels Handschriften auf Mikrofiche aus der Nationalbibliothek in Paris und schrieben diese Note für Note ab. Ein riesiger Aufwand, um die ursprüngliche Absicht des Komponisten zu rekonstruieren. Im Booklet geht es auch um die Entstehung der Einspielung, die bereits mittels fortschrittlicher Digitaltechnik entstand. Label-Gründer Werner Dabringhaus erzählt unterhaltsam, wie man 1990 in eine entlegene Kirche im Bergischen Land fuhr, wo dann aber Rasenmäher, in Köln-Bonn startende Flugzeuge und sogar eine hartnäckig brummende Fliege die Aufnahmen störten.
Meilenstein der Historischen Aufführungspraxis
Bei Erscheinen wurde das Ergebnis als wegweisende Gesamtaufnahme gefeiert. Was die Kritiker vor mehr als drei Jahrzehnten lobten, überzeugt bis heute: die erfrischend natürliche Spielweise, farbenreiche Ornamente und der perfekt ausbalancierte, dreidimensionale Raumklang.
Während heutige Barock-Ensembles oft auf eine hochenergetische Zuspitzung mit peitschenden Rhythmen und ruppigen Akzenten setzen, bietet das Ganassi Consort einen reizvollen Gegenpol: mit organisch atmenden Tempi und barocker „Klangrede“, bei der die Instrumente fein nuanciert miteinander kommunizieren! Das ist zeitlos schön!
Antje Rößler [21.07.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Georg Friedrich Händel | ||
| 1 | Sonate a-Moll HWV 362 für Blockflöte und Cembalo | 00:09:47 |
| 2 | Sonate D-Dur HWV 371 für Violine und Cembalo | 00:20:34 |
| 3 | Sonate h-Moll HWV 367b für Traversflöte und B.c. | 00:13:43 |
| 4 | Sonate C-Dur HWV 365 für Altblockflöte und B.c. | 00:09:44 |
| 5 | Sonate F-Dur HWV 363a für Oboe und B.c. | 00:07:20 |
| 6 | Sonate g-Moll HWV 364b für Viola da gamba und B.c. | 00:06:10 |
| 7 | Sonate B-Dur HWV 377 für Blockflöte und B.c. | 00:05:05 |
| CD/SACD 2 | ||
| 1 | Sonate c-Moll HWV 366 für Oboe und B.c. | 00:05:35 |
| 2 | Sonate D-Dur HWV 378 für Traversflöte und B.c. | 00:06:17 |
| 3 | Sonate D-Dur HWV 359a für Violine und Cembalo | 00:06:17 |
| 4 | Sonate F-Dur HWV 369 für Blockflöte und B.c. | 00:06:19 |
| 5 | Sonate B-Dur HWV 357 für Oboe und B.c. | 00:06:13 |
| 6 | Sonate g-Moll HWV 360 für Blockflöte und B.c. | 00:07:33 |
| 7 | Sonate A-Dur HWV 361 für Violine und Cembalo | 00:07:10 |
| 8 | Sonate F-Dur HWV 358 für Blockflöte und B.c. | 00:04:43 |
Interpreten der Einspielung
- Ganassi Consort (Barockensemble)
- Anne Röhrig (Violine)

