Bach
6 Suites
Marc Sabbah Viola
Prospero Classical PROSP0134
2 CD • 2h 24min • 2025
27.06.2026
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Gesamteindruck:![]()
Der 1988 in New York City geborene Bratschist Marc Sabbah begründet seine Wahl der Viola für die Einspielung der sechs Cello-Suiten Bachs damit, dass die Übertragung von einem Instrument auf ein anderes im Zeitalter von Barock und Klassik selbstverständlich war. Er geht sogar so weit, sich vorzustellen, Bach habe die Suiten mit Blick auf die Viola geschaffen. Es ist müßig, darüber zu streiten; fest steht jedoch, dass man den sonoren Klang des Cellos vermisst. Und das originelle Titelbild der Aufnahmen zeigt denn auch eine kleine Bratsche in einem großen Cellokasten!
Die Kunst der Übertragung
Marc Sabbah spielt die ersten fünf Suiten in den Originaltonarten, jeweils um eine Oktave höher. Anders ist es bei der D-Dur-Suite Nr. 6 , die Bach für ein Instrument mit fünf Saiten komponiert hat. Hier hat sich der Solist für ein eigenes Arrangement entschieden, bei dem die Tonart nach G-Dur, also um eine Quart höher transponiert wird – eine sinnvolle Entscheidung. Im Ganzen hält sich Sabbah genau an die Überlieferung der Stücke in der Handschrift von Anna Magdalena Bach, wobei sich kaum Angaben zum Tempo, zur Dynamik und Artikulation finden. Der Bratschist sucht hier seinen eigenen Weg, der sich vor allem in kleinen agogischen Freiheiten zeigt. Hier und da gibt es zusätzliche Verzierungen, dafür wird auf die im Prélude der Suite Nr. 6 vorgeschlagenen Echo-Wirkungen verzichtet.
Stufen der Stilisierung
Man spürt den Wiedergaben an, wie intensiv sich Marc Sabbah mit Bachs Tonsprache auseinandergesetzt hat. Mit Klarheit meistert er die Doppelgriffe, wie sie vor allem in den Sarabanden gefordert sind. Er lässt mit Eleganz spüren, dass es sich bei den Einzelsätzen um Tanzrhythmen handelt, auch wenn der Stilisierungsgrad bei den Allemanden und Couranten besonders hoch ist. Die Spannweite zwischen elegischen Sätzen, wie etwa der c-Moll-Sarabande, und zupackenden Sätzen, wie etwa den finalen Giguen, wird eindrucksvoll ausgespielt. Dass des Lernens und Deutens kein Ende ist, bekennt der Solist in seinem klugen Booklet-Kommentar selbst. Und man glaubt ihm durchaus, dass er vorhat, die Cellosuiten auf der Viola in späteren Jahren noch einmal aufzunehmen.
Prof. Klaus Trapp [27.06.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Johann Sebastian Bach | ||
| 1 | Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007 für Violoncello solo | 00:17:33 |
| 7 | Suite Nr. 3 C-Dur BWV 1009 für Violoncello solo | 00:19:51 |
| 13 | Suite Nr. 5 c-Moll BWV 1011 für Violoncello solo | 00:25:17 |
| CD/SACD 2 | ||
| 1 | Suite Nr. 2 d-Moll BWV 1008 für Violoncello solo | 00:22:08 |
| 7 | Suite Nr. 4 Es-Dur BWV 1010 für Violoncello solo | 00:25:20 |
| 13 | Suite Nr. 6 D-Dur BWV 1012 für Violoncello solo | 00:29:20 |
Interpreten der Einspielung
- Marc Sabbah (Viola)
