musica viva des BR: Saisonstart mit Rihms "Tutuguri"
Jörg Widmann dirigiert das Lucerne Festival Contemporary Orchestra in der Isarphilharmonie
Mit Wolfgang Rihms Orchester-Ritual Tutuguri, einem Ausnahmewerk des 20. Jahrhunderts, eröffnet die musica viva des Bayerischen Rundfunks am 6. September in der Isarphilharmonie die Konzertsaison 2026/2027. Im Rahmen der räsonanz – Stifterkonzertinitiative ist mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra eine der international bedeutendsten Orchesterakademien zu Gast. Die Leitung hat Jörg Widmann. Das weltweit beachtete Exzellenzorchester für die Aufführung neuer und neuester Musik ist Teil der Lucerne Festival Academy. Künstlerischer Leiter der Akademie, die einst von Pierre Boulez gegründet und später von Wolfgang Rihm weitergeführt wurde, ist seit diesem Jahr der Komponist und Dirigent Jörg Widmann, der auch beim Gastspiel in München am Pult steht.
Konzertformate sprengendes Kultstück
Auf dem Programm steht Wolfgang Rihms alle Konzertformate sprengendes Kultstück Tutuguri für großes Orchester, Schlagzeuger, Chor vom Tonband und Sprecher aus dem Jahr 1980. Das Werk basiert auf dem gleichnamigen Gedicht Tutuguri aus dem Hörspiel Pour en finir avec le jugement de dieu von Antonin Artaud. Der französische Performer, Dichter und Theaterrevolutionär hatte in den 1930er-Jahren in Mexiko der Zeremonie eines indigenen Volkstammes beigewohnt, die ihn einen Text voller archaischer Rituale und rauschhafter Halluzinationen assoziieren ließ. Dieser löste rund 50 Jahre später bei Rihm die Vorstellung einer Musik "im Rohzustand" aus, einer Musik, die nicht mehr sein sollte und wollte "als sie selbst, nackt". Die abendfüllende, eruptive Tutuguri-Musik entstand – ein imaginär-monumentales "Poème dansé" freigesetzter Energie.
Neben dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra sind Michael Engelhardt als Sprecher sowie eine Schlagzeuggruppe, bestehend aus Glenn Choe, Bárbara Ribeiro, Miguel Llorente Gil, Michele Di Modugno und Efe Sağıroğluları, zu erleben.
Ermöglicht wird das Gastspiel durch die 2016 von der Ernst von Siemens Musikstiftung gemeinsam mit der musica viva des Bayerischen Rundfunks und dem Lucerne Festival ins Leben gerufene räsonanz – Stifterkonzertinitiative.
Sonntag, 6. September, 19.00 Uhr, Isarphilharmonie im Gasteig HP8, München
- Einführung um 17.45 Uhr: Mark Sattler im Gespräch mit Jörg Widmann
- und Michael Engelhardt
- Wolfgang Rihm [1952-2024]
- Tutuguri für großes Orchester, Schlagzeuger, Chor vom Tonband und Sprecher [1980–82]
- Poème dansé nach dem Gedicht "Tutuguri" aus dem Hörspiel "Pour en finir avec le jugement de dieu" von Antonin Artaud
- Michael Engelhardt, Sprecher und Dramaturgie
- Ivan Zachatko, Bárbara Ribeiro, Miguel Llorente Gil, Michele Di Modugno, Efe Sagiroglulari, Schlagzeuggruppe
- Christoph Sietzen, Schlagzeug und Einstudierung
- Markus Güdel, Licht
- Nina Steinemann, Kostüm Michael Engelhardt
- Maxime Le Saux, Klangregie
- Lucerne Festival Contemporary Orchestra
- Jörg Widmann, Leitung
Eine Veranstaltung der musica viva des Bayerischen Rundfunks in Kooperation mit der Ernst von Siemens Musikstiftung. Mehr Informationen zum Konzert unter br-musica-viva.de.
Karten erhältlich zu 15,- / 29,- / 44,- Euro (U30-Tickets für junges Publikum 10 Euro,-) über BRticket (br-ticket.de oder Tel. 0800 /5900 594), über München Ticket und an der Abendkasse.
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