Riccardo Minasi erstmals beim SWR Symphonieorchester
Solist ist Antoine Tamestit mit dem Violakonzert von Béla Bartók
In den Konzerten des SWR Symphonieorchesters in Stuttgart und Freiburg gibt Dirigent Riccardo Minasi sein Debüt. Der Chefdirigent des Mozarteumorchesters Salzburg arbeitete mit zahlreichen Kammermusikensembles zusammen und gründete mit der Musica Antiqua Roma ein Ensemble, mit dem er Musik des 17. und 18. Jahrhunderts aufführt. Stilistisch unterschiedlicher könnten die drei Werke des Konzertprogramms in Stuttgart und Freiburg nicht sein. Was sie miteinander verbindet, ist eine besondere Entstehungsgeschichte – und die große Beliebtheit beim Publikum. Die Uraufführung des Tannhäusers 1845 wurde noch zurückhaltend aufgenommen; erst die Weimarer Aufführung unter Franz Liszt vier Jahre später brachte den Durchbruch. Bereits in der Ouvertüre erzählt Wagner den zentralen Konflikt von Tannhäuser, der sich zwischen Venus und Elisabeth, zwischen der heidnisch-sinnlichen Sphäre und einem christlich geordneten Leben entscheiden muss.
Unvollendetes Viola-Konzert
Auch von Béla Bartóks Violakonzert gibt es verschiedene Fassungen. Das liegt aber daran, dass der Komponist nur die Solostimme und einige Instrumentationsskizzen fertigstellen konnte, bevor er am 26. September 1945 an Leukämie starb. In Auftrag gegeben hatte das Konzert der schottische Bratschist William Primrose, der es auch in der vervollständigten Fassung von Tibor Serly am 2. Dezember 1949 in Minneapolis mit großem Erfolg uraufführte – Antoine Tamestit hat sich aber für eine spätere Fassung entschieden.
Amerianische Sinfonie mit böhmischer Handschrift
Antonín Dvořáks Sinfonie „Aus der neuen Welt“ war ebenfalls ein Auftragswerk. Der Komponist hatte die nicht leichte Aufgabe, ein identitätsstiftendes, amerikanisches Werk zu schreiben. Die mit eingängigen Melodien versehene und durch farbige Instrumentation wirkungsvoll in Szene gesetzte Sinfonie wurde bei der Uraufführung 1893 in New York begeistert aufgenommen. Dvořák interessierte sich zwar in der Vorbereitung der Sinfonie für Spirituals und ließ sich die Melodien von einem schwarzen Schüler vorsingen – er bestand aber darauf, nichts zu zitieren, sondern seine eigene Adaption vom „Amerikanischen“ zu komponieren. Und weil es wie im Scherzo auch mal ziemlich böhmisch klingt, kann er dabei auch seine eigene Heimat nicht verleugnen.
- Donnerstag, 11. Juni 2026, 20 Uhr
- Freitag, 12. Juni 2026, 20 Uhr
- Stuttgart, Liederhalle
- Sonntag, 14. Juni 2026, 19 Uhr
- Freiburg, Konzerthaus
- Richard Wagner, Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser“
- Béla Bartók, Konzert für Viola und Orchester Sz 120
- (Revidierte Fassung von Nelson Dellamaggiore und Peter Bartók)
- Antonín Dvořák, Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 („Aus der Neuen Welt“)
- Antoine Tamestit, Viola
- SWR Symphonieorchester
- Riccardo Minasi, Dirigent.
Live-Videostream · Freitag, 12. Juni 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Live-Radiosendung · Freitag, 12. Juni 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
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