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Meldung vom 04.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Bregenzer Festspiele: Othmar Schoecks "Penthesilea" 2027

Inszenierung von Mariame Clément - die Titelpartie übernimmt die griechische Sopranistin Melissa Zgouridi

In wenigen Tagen beginnen die Proben für die Oper im Festspielhaus 2026, Leoš Janáčeks Die Ausflüge des Herrn Brouček. Gleichzeitig werfen die Bregenzer Festspiele einen Blick in die Zukunft: Im Festspielhaus ist 2027 Othmar Schoecks spätromantisch-expressionistischer Operneinakter Penthesilea nach Heinrich von Kleists gleichnamigem Trauerspiel zu sehen. Im Jahr des 250. Geburtstags des Dichters bringt das Festival das selten gespielte Werk neu auf die Bühne. Premiere ist am 21. Juli 2027. Am 22. Juli 2027 folgt die Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis La traviata auf der Seebühne.

Ein Klangkosmos voller Spannung und Zerrissenheit

Die Amazonenkönigin Penthesilea verliebt sich im Trojanischen Krieg in den griechischen Helden Achilles. Doch das Gesetz ihres Volkes verlangt, dass sie den Geliebten im Kampf besiegt, bevor sie ihn zu ihrem Gefährten machen darf. Ein verhängnisvolles Missverständnis setzt eine Spirale aus Leidenschaft, Gewalt und Wahnsinn in Gang, die in einer der erschütterndsten Szenen der Opernliteratur endet: In rasender Ekstase zerfleischt Penthesilea den geliebten Achilles – und geht schließlich selbst zugrunde.

Hochintensives Werk nach Kleists Trauerspiel

Mit dramatischer Wucht zwischen Spätromantik und freier Tonalität schuf der Schweizer Komponist Othmar Schoeck 1927 ein ebenso radikales wie außergewöhnliches Musiktheaterwerk nach Heinrich von Kleists gleichnamigem Trauerspiel. Penthesilea ist ein hochintensiver Opernrausch von kaum 80 Minuten Dauer. Das durchkomponierte Werk bewegt sich stetig zwischen Sprechgesang, Melodrama und Gesang und entfaltet eine archaisch-düstere Atmosphäre von enormer emotionaler Kraft. Auch die Instrumentation ist außergewöhnlich: viel Schlagwerk, zehn Klarinetten, Klavier und nur wenige Violinen erzeugen einen dunklen, fiebrigen Klangkosmos voller Spannung und innerer Zerrissenheit.

Mariame Clément inszeniert, Kristina Poska dirigiert die Oper

Regie führt die französische Regisseurin Mariame Clément, die bei den Bregenzer Festspielen bereits 2019 Jules Massenets Don Quichotte im Festspielhaus inszenierte. Bühne und Kostüme gestaltet die Deutsche Julia Hansen. Die musikalische Leitung liegt bei der estnischen Dirigentin Kristiina Poska. Die Titelpartie übernimmt die griechische Sopranistin Melissa Zgouridi. Es spielen die Wiener Symphoniker.

Die Bregenzer Festspiele 2027 finden vom 21. Juli bis 22. August statt. Tickets und Infos unter www.bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.

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