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Meldung vom 01.11.2025

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Jan Müller-Wieland: UA "Der Reisende" in Dresden

Aufführung im Kulturpalast Dresden mit Ulrich Noethen und Birgit Minichmayr

Mit seinem neuen Melodram Der Reisende widmet sich Jan Müller-Wieland dem 1939 erschienenen Exilroman von Ulrich Alexander Boschwitz, der die Erfahrungen von Flucht und Entwurzelung eindringlich verdichtet. Am 9. November wird das Werk in Dresden uraufgeführt – im Gedenkjahr an 80 Jahre Kriegsende und am Jahrestag der Novemberpogrome von 1938.

Melodramen bilden seit Jahren einen Schwerpunkt im Schaffen von Jan Müller-Wieland – Werke zwischen Musik, Sprache und szenischer Verdichtung. In seinem neuen Stück Der Reisende vertont der Komponist den Roman von Ulrich Alexander Boschwitz, dessen Titelheld, der jüdische Kaufmann Otto Silbermann, im nationalsozialistischen Deutschland zur Flucht gezwungen ist und mit der Reichsbahn rastlos von Stadt zu Stadt zieht. Boschwitz, 1915 in Berlin geboren und 1942 auf der Flucht im Atlantik ums Leben gekommen, wurde erst in den letzten Jahren als bedeutende literarische Stimme des Exils wiederentdeckt.

Vielschichtiger Klangraum

Der Roman, 1939 in London erstmals erschienen, beeindruckte Müller-Wieland durch seine filmische Erzählweise und psychologische Tiefe. Die Geschichte habe bei ihm, so der Komponist, „sofort ein kompositorisches Szenario“ ausgelöst: für zwei Sprecher, Tenor, Bariton, Chor, Orchester und elektronische Zuspielungen. Diese Ebenen verschmelzen zu einem vielschichtigen Klangraum, in dem gesprochene und gesungene Partien ineinandergreifen, Klang und Sprache sich gegenseitig durchdringen. Als Sprechpartien angelegt, nimmt das Ehepaar Silbermann eine herausgehobene Position ein; seine Ausgeschlossenheit von der musikalischen Struktur betont das beklemmende Gefühl des Außenseitertums. Zuspielungen – etwa Geräusche von Schnellzügen oder Bankomaten – schaffen eine beklemmende Gegenwart, während Chor und Orchester als Spiegel innerer Zustände agieren. Die „Seelenkunst Musik“ verstehe er dabei als Fluchtpunkt, so der Komponist.

UA in Dresden zum Jahrestag der Novemberpogrome von 1938

Am 9. November 2025 wird Der Reisende im Kulturpalast Dresden mit Ulrich Noethen, Birgit Minichmayr, dem Philharmonischen Chor Dresden und der Dresdner Philharmonie unter Gergely Madaras uraufgeführt.

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