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Meldung vom 09.10.2025

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

UA "Der Reisende" von Jan Müller-Wieland in Dresden

Dresdner Phiharmonie zum Gedenktag 9. November 2025

Der Roman Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz aus dem Jahr 1938 diente Jan Müller-Wieland als Vorlage für ein bewegendes Werk für Sprecher, Solisten, Chor und Orchester. Am 9. November 2025 erlebt es zum Gedenken an die Reichspogromnacht im Kulturpalast seine Uraufführung. Die Wiederentdeckung dieses hochdramatischen Textes wurde 2018 als literarische Sensation gefeiert. Er gilt als eines der bedeutendsten literarischen Zeugnisse der NS-Zeit und als wichtige Darstellung der Thematik von Ausgrenzung, Mobbing und Vertrauensbruch im Allgemeinen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der jüdische Geschäftsmann Otto Silbermann. Er kann es nicht fassen, dass sich Verwandte, Nachbarn, Geschäftspartner, Freunde, Menschen, denen er lange vertraut hatte und die auf Augenhöhe mit ihm umgegangen waren, plötzlich von ihm abwenden, ihn betrügen, ihn denunzieren. Er verliert völlig den Halt und flieht – meist in Zügen – von einer Stadt zur anderen. Seine Frau Elfriede kämpft verzweifelt, um zu retten, was noch zu retten ist, während ihr gemeinsamer Sohn von einem besseren Leben in Paris träumt. Ein Schwager, der sich nach dem Wind dreht, und die harte Realität von Verfolgung und Verrat bestimmen ihre Tage.

Libretto vom Komponisten

Jan Müller-Wieland hat aus dem Roman ein eigenes Libretto für ein Melodram entwickelt, in dem Sprecherinnen und Sprecher, Solisten, Chor, Orchester und Zuspielungen auf eindrucksvolle Weise die Situation des Otto Silbermann und die Atmosphäre von Gewalt und Ungerechtigkeit darstellen, aber auch die Hoffnung, die Sehnsucht und die Menschlichkeit, die selbst in der größten Verzweiflung ihren Platz finden.

Ulrich Noethen und Birgit Minichmayr sind in den Sprechrollen zu erleben, daneben wirken der Philharmonische Chor Dresden und der Kammerchor Cantamus Dresden mit. Gergely Madaras dirigiert die Dresdner Philharmonie.

Die Aufführung findet im Rahmen von „80 Jahre Ende des zweiten Weltkrieges 2025“ statt.

So. 9. NOV 25 | 18.00 Uhr, Dresden, Kulturpalast

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